Musikalischer Theaterabend Review – gelungener Abend trotz Wintereinbruchs

Am Mon­tag, 28.01.2019 fand um 19 Uhr in der Pausen­halle der Kaiser-Lothar-Realschule plus Prüm ein vielfältiger, kurzweiliger und abwech­slungsre­ich­er The­at­er­abend statt. Organ­isiert und durchge­führt wurde der Abend von uns drei Wahlpflicht­fachkursen „Darstel­len­des Spiel”, zurzeit ange­boten in den Klassen­stufen 7, 8 und 9. „Darstel­len­des Spiel”, abgekürzt DS, beschäftigt sich mit allem rund ums The­ater. Das Pro­gramm wurde außer­dem durch tolle Musik­beiträge aus der 8b und drei Refer­ate mit dem The­men­feld „Musik & Poli­tik – poli­tis­che Songs” aus den Zehn­erk­lassen ergänzt.

Maren und Kim in Aktion

Das „Drumherum”

Unter­stützt wurde der musikalis­che The­at­er­abend von vie­len Men­schen, die wir gerne vor­weg nen­nen und denen wir im Namen aller drei DS-Kurse und der anderen Mitwirk­enden hier unseren Dank aussprechen möcht­en:

Unsere Schüler­sprecherin­nen Aliyah und Eda begrüßten das Pub­likum, Aliyah bekam dann direkt noch ein Ständ­chen gesun­gen, da sie Geburt­stag hat­te. Die AG „Kinder helfen Kindern” unter der rühri­gen Leitung von Brigitte Richter-Weber bot mal wieder eine Bewirtung vor dem Abend und in der Pause an, die kaum einen Wun­sch offen ließ. Der Erlös geht dies­mal an den Vere­in „Auryn Tri­er e.V.”, das ist eine Organ­i­sa­tion, die Kinder psy­chisch erkrank­ter Eltern unter­stützt. Ein geson­dert­er Bericht über „Auryn” und die Spendenüber­gabe am 07.03.2019 fol­gt hier im IGEL. Die Tech­nik-AG unter Leitung unseres Tech­nik-Gottes Her­rn Carsten Kei­th set­zte fast alles zur recht­en Zeit ins rechte Licht. Ella-Marie Bor­resch (8b) und unsere DS-Lehrerin und Großor­gan­isatorin des gesamten Abends Frau Catrin Steck­er führten char­mant durch das Pro­gramm. Am Ende des Abends sprach unser Schulleit­er Herr Stephan Schilling uns Beteiligten allen seinen Dank aus und ver­ab­schiedete die Zuhör­er mit der Bitte, heile durch den Schnee nach Hause zu kom­men.

Geburt­stagskind Aliyah mit Eda bei der Begrüßung

Beachtliche Vielfalt der Beiträge

Ein erster Höhep­unkt des Abend war bere­its der erste Pro­gramm­punkt der „Neulinge”, eine Gruppe des Sieben­erkurs­es hat­te eine Robot­er-Chore­ografie ein­studiert, die uns zeigte, dass da wieder ein richtig kreativ­er neuer Kurs nachgerückt ist, denn für die Sieben­er war es ihr erster Auftritt. Die Robot­er-Moves waren per­fekt auf die Musik abges­timmt und vom über­raschen­den Sprung Jas­mins aus dem Kof­fer bis hin zu speziellen Bewe­gun­gen aus dem zurzeit mega gehypten Com­put­er­spiel Fort­nite war alles dabei. Alle tru­gen weiße Masken und Hand­schuhe. Fan­tastisch fand ich auch das Ende, als alle Robot­er aprubt hin­fie­len, sobald die Musik endete.

Mar­cel, Melis­sa, Jas­min, Lena, Jonas und Ros­ali­na

Justin in Rauch aufgelöst?

Dass es wirk­lich ner­ve­naufreibend ist, vor Pub­likum zu per­for­men, bewiesen Alexan­der Nagel (9d) und Justin Tappeser (9c) mit ihrer Ver­sion des Liedes „Ein Märchen” von Bushi­do und Sido. Kurz vor seinem Vor­trag ver­schwand Justin aus unerfind­lichen Grün­den (war er etwa nervös?) hin­ter der Turn­halle und musste erst wieder aufge­spürt wer­den. Ihr Vor­trag gelang den bei­den dann aber doch ganz rund.

Alexan­der und Justin erzählen uns „Ein Märchen”

Mucksmäuschen­still

Ein weit­er­er großar­tiger Moment vor der Pause für mich per­sön­lich war das von Lil­li Wid­mann (8b) vor­ge­tra­gene Klavier­stück „Riv­er flows in you” von Yiru­ma, das nicht wenige Zuhör­er im Pub­likum zu Trä­nen rührte. Lil­lis Dar­bi­etung bewegte – ganz im Halb­dunkel der hal­li­gen Aula auf dem Flügel darge­boten – die Zuhör­er sichtlich. Es war mucksmäuschen­still im Saal. Ein absoluter Mag­ic Moment!

Leonie Fell, Quer­flöte und Lil­li Wid­mann und Nele-Sophie Vollmer, Gesang beim Hal­lelu­jah von Leonard Cohen

Mob­bing an der KLR+?

Zu meinen per­sön­lichen Höhep­unk­ten gehörte außer­dem Katha­ri­na Salam­owas Refer­at über das Lied „Numb” der Band Linkin Park. Katha­ri­na, Schü­lerin der 10b, sprach das erschreck­ende Aus­maß von Mob­bing in unser­er Gesellschaft am Beispiel dieses Songs an, der davon han­delt, wie ein Mäd­chen immer mehr aus­ge­gren­zt wird bis zur Depres­sion und dem Gedanken, sich umbrin­gen zu wollen. In den Arm ritzt es sich das Wort „Numb”, das soviel wie „taub, gefüh­l­los” bedeutet. Katha­ri­na iden­ti­fizierte sich spür­bar mit dem Mäd­chen, so dass ihr Vor­trag nie­mand im Pub­likum kalt ließ.

Katha­ri­na Salam­owa, 10b

Minidra­men und Poet­ry Slams run­den den Abend ab

Der von Maren Müller und Kim Wag­n­er darge­botene Text „Am lieb­sten von dir!” von Julia Engel­mann zeigte beein­druck­end, dass es abso­lut mach­bar sein kann für uns Schüler, seit­en­lange Texte auswendig zu ler­nen und nahezu pro­fes­sionell vorzu­tra­gen, wenn diese Texte The­men zum Inhalt haben, die uns nah sind, in diesem Fall ein ver­let­ztes oder sog­ar schon gebroch­enes Herz. Hier stimmten Mimik und Gestik, Maren und Kim lösten sich per­fekt ab und beein­druck­ten ihr Pub­likum. Eben­falls toll abges­timmt hat­ten sich Seli­na Gillengerten (8c), Arthur Rem­pel (9a) und Daniel Jakobs (9b) mit Julia Engel­manns Klas­sik­er „One day, baby”. Es war spür­bar, wie die drei dem Pub­likum nahe­bracht­en , wie wichtig es ist, sein Leben jet­zt und hier zu leben und nicht irgend­wann in später Zukun­ft zu merken, „dass du es vercheckt hast”.
Heit­er­er waren selb­st­geschriebene Texte des Achterkurs­es wie „Begeg­nung” mit Lil­ly Reichard und Emi­ly Schüring, 8c oder die fast schon klas­sis­chen „Lehrer-Stereo­type”, geschrieben von Liane und Jusin Petk­er, 8b. Da beka­men wieder einige Lehrer auf satirische Art „ihr Fett weg”.


von links: Liane und Justin Petk­er, Lil­ly Reichard, Seli­na Gillengerten

Lei­der schaf­fen wir es nicht, in diesem Artikel alle anderen, eben­so tollen Beiträge näher zu beschreiben, denn zwei weit­ere Spitzen­refer­ate, rührende Slams und eine weit­ere Bewe­gungschore­ografie zum The­ma „Simul­tan Zeitlupe” und ein Spiel mit dem Req­ui­sit Kof­fer run­de­ten das Pro­gramm zu sat­ten zwei Stun­den ab. Bed­ingt durch die schwieri­gen Verkehrsver­hält­nisse wegen Schnee und Glätte waren wir mit den nur 120 Gästen dann doch ganz zufrieden. Entsprechend reichte der „Hut” immer­hin zu einem Valentin­staggeschenk für alle Teil­nehmer und eine Spende für weit­ere Anschaf­fun­gen der immer klam­men Tech­nik-AG. Und: nach dem The­at­er­abend ist vor dem The­at­er­abend, wir, der Neunerkurs, pla­nen ein eigenes Stück als Zim­merthe­ater für das Ende des Schul­jahres.

Jen­ny Neigum und Isabell Ham­mel, 10b beim Musikrefer­at zum Lied „Scars to your beau­ti­ful” von Alessia Cara

Faz­it

Seit sieben Jahren gibt es das Fach Darstel­len­des Spiel als Wahlpflicht­fach an der KLR+ und wir, der Neunerkurs, möcht­en Euch dieses Fach ans Herz leg­en. Man darf dort in andere Rollen schlüpfen, aber auch ganz man selb­st sein und seine Kreativ­ität voll ausleben. In keinem anderen Fach kann man so an sein­er eige­nen Wahrnehmung arbeit­en und über das Hinein­ver­set­zen in Andere sein Selb­st­be­wusst­sein stärken. Und nicht zulet­zt ist so ein The­at­er­abend ein­fach eine Erfahrung, über sich selb­st hin­auszuwach­sen, die bleibt.

musikalischer Theaterabend 28.01.2019

Text: Auszüge aus den Kur­sar­beit­en von Emelie Hense, 9b, Lau­ra Kret­zschmar, 9b, Maren Müller, 9a, René Simon, 9a und Kim Wag­n­er, 9a
Fotos: Carsten Kei­th

2 Antworten auf „Musikalischer Theaterabend Review – gelungener Abend trotz Wintereinbruchs“

  1. Zahlre­iche Schüler unser­er Schule zeigen ein starkes Inter­esse an dem Fach „Darstel­len­des Spiel”. Ein Fach, wo die Erwach­se­nen die Welt des The­aters erfahren. Als Unter­richts­fach hat es den Auf­trag der ästhetis­chen Bil­dung. Es eröffnet die Möglichkeit, im Spiel eigene oder fremde Lebenswel­ten zu gestal­ten.
    Die Wahrnehmung und Gestal­tung der Welt sind die Gegen­stände des Fach­es DS. Eine beson­dere Nähe hat das darstel­lende Spiel zu dem Fach Deutsch; Schüler entwick­eln ihre sprach­liche Aus­drucks­fähigkeit; DS beschäftigt sich sehr stark mit der Aus­bil­dung von Stimme, Sprache, Klang.
    _ Wozu The­ater? Wer­den wir _ Zuschauer in eine andere Hand­lung hinein­ver­set­zt? Bekom­men wir im The­ater eine neue Hal­tung? _ Ja, wir wer­den aufmerk­sam auf Men­schen, auf Schick­sale.

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