504 Handys für den guten Zweck!

Haben Sie auch ein Mobil­tele­fon zu Hause, das Sie nicht mehr benöti­gen und das eigentlich nur unnötig Platz braucht? Ende Jan­u­ar eröffnete die Realschule plus Prüm eine Sam­mel­sta­tion für aus­ge­di­ente Handys mit dem Ziel: Hil­fe für Fam­i­lien in Not. Warum aus­gerech­net Handys? Jedes gespendete Handy hil­ft dop­pelt: Die Part­ner­fir­ma ‚Mobile-Box‘ sorgt dafür, dass die wertvollen Rohstoffe darin wiederver­w­ertet wer­den. Aus den Erlösen erhält mis­sio für jedes wieder auf­bere­it­ete Handy zwei Euro und für jedes recycelte Handy 40 Cent für Pro­jek­te weltweit.

Etliche Leute fühlten sich von der Aktion ange­sprochen und bracht­en ihr Handy zur Sam­mel­box vor der Schule. „Die vor dem Hauptein­gang ange­brachte Holzk­iste bot allen Spendern die Möglichkeit kon­tak­t­los und zur Uhrzeit ihrer Wahl die Handys einzuw­er­fen. Teil­weise musste ich die Kiste mehrmals am Tag leeren“, sagte die Schul­sozialar­bei­t­erin Car­olin Broy. Doch nicht nur das: Zahlre­iche Handys kamen aus der ganzen Region sog­ar auf dem Post­weg an der Schule an.

Ins­ge­samt kon­nten 504 Handys, ver­packt in 8 Kar­tons an mis­sio Aachen e.V. übergeben wer­den. „Mit dieser hohen Anzahl habe ich nicht gerech­net. Der Dank gilt auch allen Spendern, die über ver­schiedene Wege ihre Handys in der Schule abgegeben haben“, so die Schul­sozialar­bei­t­erin Car­olin Broy. „Die Mith­il­fe und Unter­stützung von Kolleg/innen der Kaiser-Lothar Realschule plus und des Car­i­tasver­band West­eifel e.V. war groß – dafür möchte ich mich recht her­zlich bedanken.“

Beitrags­fo­to (von links nach rechts) von Iris Hilden: Schul­sozialar­bei­t­erin Car­olin Broy, die Schüler Aragon Per­ian und Juline Neigum, Didak­tis­che Koor­di­na­torin Gönül Genc

Hin­ter­gründe (von Car­olin Broy):
Warum Handys spenden?
Unser Wohl­stand und der damit ein­herge­hende Elek­tromüll bieten Schrot­thändlern lukra­tive Geschäfte und den Men­schen in Entwick­lungslän­dern fast nur Nachteile. Dies trifft beson­ders auf die DR Kon­go zu. Fam­i­lien lei­den seit Jahrzehn­ten unter einem bewaffneten Kon­flikt um Rohstoffe, mit dem Gewalt und Vertrei­bung einhergehen.
Doch inwiefern bet­rifft das Deutsch­land? In vie­len tech­nis­chen Geräten, die wir tagtäglich nutzen, steck­en unter anderem Rohstoffe wie Coltan und Gold, die aus der DR Kon­go stam­men. Die Arbeits­be­din­gun­gen, unter denen die Men­schen meist ille­gal in den Berg­baut­en schuften müssen, ver­let­zen mas­sivst die Menschenrechte.
Durch zum Beispiel die Widerver­w­er­tung der Geräte oder das fachgerechte recyceln müssen weniger Min­er­alien abge­baut wer­den und den Rebellen fehlt die finanzielle Grund­lage um ihr krim­inelles Geschäft weit­er durchzuführen.

Gibt es fair pro­duzierte Handys?
Ja – gibt es, das Fair­phone. Die Bewe­gung arbeit­et Schritt für Schritt daran, dass faire Arbeits­be­din­gun­gen und Nach­haltigkeit in den Vorder­grund der Elek­troin­dus­trie rück­en. Dabei ste­ht die Fir­ma und ihr Pro­dukt Fair­phone für recycelte und faire Mate­ri­alien, soziale Ver­ant­wor­tung und Lan­glebigkeit der Geräte. Es kann sichergestellt wer­den, dass das Handy unter geregel­ten Bedin­gun­gen, Ein­hal­tung der Men­schen­rechte und mit Blick auf die Auswirkung auf unser Ökosys­tem hergestellt wird. Run­dum ein faires Pro­dukt, welch­es ohne viel Schnickschnack beim Ver­brauch­er ankommt und ohne großen Aufwand repari­ert bzw. wiederver­w­ertet wer­den kann.

Zahlen und Fakten
Deutsch­land ist jährlich mit rund 22,8 kg pro Kopf Spitzen­re­it­er beim Verur­sachen von Elek­troschrott. Die Zahl der alten Handys, die kaputt und unbe­nutzt in deutschen Schubladen schlum­mern wird auf über 124 Mio. geschätzt. Man kann sagen, dass es weltweit mehr Han­dynutzer gibt, wie Men­schen die eine Zahn­bürste besitzen.

Quellen:
https://www.missio-hilft.de/mitmachen/aktion-schutzengel/aktionen/
https://www.fairphone.com/de/story/

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