Die Frau, die hier die Fäden zieht

Unse­rer Chef­re­dak­teu­rin Monia Ewr­ard aus der 10b ver­dan­ken wir eigent­lich immer unse­re bes­ten Ein­fäl­le. Wor­über soll der IGEL nur schrei­ben, wenn Monia im Som­mer ihren Real­schul­ab­schluss macht und die KLR+ ver­lässt? Am bes­ten, Monia, Du schickst uns wei­ter­hin „To-do-Lis­ten” in die Redak­ti­on. Einer von Moni­as Ein­fäl­len war es, die Frau zum IGEL-Gespräch bei Kaf­fee und Kuchen ein­zu­la­den, die ganz ganz viel im Hin­ter­grund managt, damit alles an der Schu­le funk­tio­niert, näm­lich zur­zeit die Stun­den­plä­ne, Ver­tre­tungs­plä­ne und der kom­plet­te Ablauf der Ganz­tags­schu­le. Wisst Ihr jetzt, von wem die Rede ist?

An die Wand gestellt: von links Lena Kam­mers, Chris­tia­ne Schleß­mann, Monia Ewr­ard und Danie­la Kessler

IGEL: Herz­lich will­kom­men in der IGEL-Redak­ti­ons­sit­zung, Frau Schleß­mann. Heu­te möch­ten wir ein­mal Dan­ke sagen für all die von Ihnen zu erle­di­gen­de Arbeit, die an der Schu­le erst so auf den zwei­ten Blick anfällt. Uns ist auf­ge­fal­len, dass Sie ja fast jeden Nach­mit­tag nach dem nor­ma­len Schul­tag hier sind, um zu arbei­ten.
Frau Schleß­mann: Dan­ke­schön für Eure net­te Einladung!

IGEL: Was machen Sie denn alles so, wenn Sie nicht gera­de selbst im Unter­richt (Mathe und Che­mie) sind oder als Klas­sen­leh­re­rin der 8c unter­wegs sind?
Frau Schleß­mann: Für Herrn Lau­xen habe ich momen­tan das ERstel­len des Ver­tre­tungs­plans über­nom­men. Das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, weil nicht nur im Vor­aus geplant wer­den kann, son­dern sich jeden Tag auch noch neue Situa­tio­nen erge­ben kön­nen, die schnell geplant wer­den müs­sen. Nach­mit­tags schrei­be ich dann auch noch Lis­ten, ob alle Leh­rer­stun­den erteilt wur­den oder jemand zu viel ein­ge­setzt war. ADD und Minis­te­ri­um müs­sen auch über Unte­richts­aus­fäl­le durch Krank­heit infor­miert werden. 

IGEL: Was hat sich in der Schu­le für Sie ver­än­dert seit Sie hier sind, also seit 2003 (da ist Juli­an gebo­ren ;-))?
Frau Schleß­mann: Aus zwei getrenn­ten Schul­for­men wur­de durch Zusam­men­le­gung die KLR+. Das dau­ert, bis so etwas rei­bungs­los funk­tio­niert. Und immer noch ist die lei­di­ge Gebäu­de­fra­ge unge­klärt (der IGEL berich­te­te, eben­falls der TV zuletzt vor drei­ein­halb Jah­ren, dass der Umzug kurz bevor stün­de…).
Ein wei­te­res Pro­blem stellt für mich auch dar, dass die Schü­ler­zah­len, auf­grund derer in der Schul­form Real­schu­le plus die Klas­sen­stär­ken ermit­telt wer­den, aus der Anzahl des gan­zen Jahr­gangs ermit­telt wer­den und so theo­re­tisch wie prak­tisch absur­de Kon­stel­la­tio­nen ent­ste­hen kön­nen wie eine Sek-I-Klas­se mit über 40 SuS par­al­lel mit einer klei­nen BR-Klas­se oder das Gan­ze umge­kehrt. Hier wird lei­der poli­tisch am Schü­ler vor­bei­ge­dacht. Da wir so gro­ße Klas­sen trotz­dem tei­len, feh­len die Leh­rer­stun­den wie­der an ande­rer Stel­le. Unse­re Klas­sen­stu­fe Sie­ben hat 58 SuS, dürf­te also auf dem Papier eigent­lich nur zwei Klas­se haben.

IGEL: Prallt das gut an Ihnen ab, wenn sich Kolleg*innen oder Schüler*innen über den Ver­tre­tungs­plan auf­re­gen?
Frau Schleß­mann: Eini­ger­ma­ßen. Von Euch Schüler*innen bekom­me ich das weni­ger mit. Ich ver­ste­he ja auch, dass man­che Kolleg*in nicht gera­de glück­lich dar­über ist, eine gut vor­be­rei­te­te Stun­de nicht hal­ten zu kön­nen und spon­tan irgend­wo anders ins kal­te Was­ser zu sprin­gen. Ich bemü­he mich, Aus­fall zu ver­mei­den und im Krank­heits­fall von Kolleg*innen eine gute Umver­tei­lung vor­zu­neh­men. Mei­ne Auf­ga­be ist es, den Aus­fall mög­lichst sinn­voll zu mini­mie­ren und nicht, zu hin­ter­fra­gen, war­um dem so ist. Das ist wie­der­um Sache der Schulleitung. 

IGEL: War­um haben Sie sich per­sön­lich für die Fächer Mathe und Che­mie ent­schie­den?
Frau Schleß­mann: Das waren mei­ne eige­nen Lieb­lings­fä­cher, die woll­te ich dann stu­die­ren und unbe­dingt als Real­schul­leh­re­rin unterrichten.

IGEL: Wie sieht es denn bei Ihnen im Mathe­un­ter­richt aus, man­che Lehrer*innen pochen ja dar­auf, dass genau ihr Lösungs­weg began­gen wird und kein ande­rer?
Frau Schleß­mann: Mir sind Eure Lösungs­we­ge egal, Haupt­sa­che, Euer Weg führt zur rich­ti­gen Lösung und ist für mich nach­voll­zieh­bar. Mir macht es oft sogar Spaß, Eure ver­schie­de­nen Lösungs­we­ge aus­zu­spio­nie­ren oder raus­zu­fin­den, wo der Feh­ler steckt.

IGEL: Wie haben Sie frü­her Ihre Lehrer*innen ver­äp­pelt?
Frau Schleß­mann: Wir hat­ten immer so wei­te Hosen an, die im Som­mer hoch­ge­krem­pelt waren. Einer unse­rer Lehrer*innen ließ dann immer die Hosen­bei­ne run­ter­krem­peln, um Spi­cker zu fin­den. Das haben wir zum Anlass genom­men, „Fake”-Spicker zu erstel­len und die­se in die Hose zu krem­peln und her­aus­schau­en zu lassen. 

IGEL: Und wie ist es mit Stö­run­gen im Unter­richt?
Frau Schleß­mann: Ganz ehr­lich, wenn Du alle Stö­rungs­ver­su­che im Unter­richt ahn­den wür­dest, bräuch­test Du kei­nen Unter­richt mehr zu hal­ten. Manch­mal muss man einen Leh­rer­fil­ter drü­ber lau­fen lassen.

IGEL: Haben die Lern­pro­ble­me bei den Schüler*innen wirk­lich zuge­nom­men?
Frau Schleß­mann: Mei­nes Erach­tens ist das nicht zutref­fend. Ein Vater sag­te zu mir am Eltern­sprech­tag mal über mei­nen Stoff, dass die­ser ja zu schwer für sei­ne Toch­ter sei, da sie ja ein Mäd­chen ist. Hal­lo!? Und das sagt er mir als Leh­rerin? Aber wir haben ganz klar neue Pro­ble­me durch die sich ver­än­dern­de Gesell­schaft, der respekt­vol­le Ton mit­ein­an­der ist nicht mehr selbst­ver­ständ­lich, die Ablenk­bar­keit ist durch Smart­pho­nes etc. hoch und dem­entspre­chend die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit bei vie­len Schüler*innen gerin­ger als früher.

IGEL: Was emp­feh­len Sie ver­set­zungs­ge­fähr­de­ten Schüler*innen?
Frau Schleß­mann: Das ist ganz abhän­gig von deren Noten, Nach­hil­fe kann hel­fen, eben­so Hil­fe der Mitschüler*innen, dem oder der Sitznachbar*in. Manch­mal hat man Schüler*innen, bei denen man denkt, der/die schafft das, aber dann fehlt es an Initia­ti­ve und Lern­be­reit­schaft. Ist ein/eine Schüler*in ver­set­zungs­ge­fähr­det, dann ach­te ich mehr auf sie/ihn. Man ver­sucht immer, das Bes­te aus jedem/jeder Schüler*in raus­zu­ho­len, aber in einer Klas­se mit 30 Schüler*innen ist das nicht immer zu schaffen.

IGEL: Kann jeder Mensch Mathe?
Frau Schleß­mann: Man­chen macht es ein­fach kei­nen Spaß.

IGEL: Gibt es eigent­lich Abschluss­prü­fun­gen an der Schul­form Real­schu­le plus?
Frau Schleß­mann: Die gibt es in Rhein­land-Pfalz tat­säch­lich nicht, jedoch zum Bei­spiel in Bay­ern, Baden-Würt­tem­berg und Nie­der­sach­sen. Ich fän­de es gut, wenn es die auch bei uns geben wür­de, in der Durch­füh­rung wäre dies natür­lich schwie­rig. Poli­tisch scheint es in RLP nicht gewollt zu sein.

IGEL: Eini­ge Lehrer*innen haben sich in letz­ter Zeit ver­set­zen las­sen. Möch­ten auch Sie die Schu­le ger­ne noch­mal wech­seln?
Frau Schleß­mann: Nein, nicht für die letz­ten Jahre.

IGEL: Was wür­den Sie ger­ne ändern an der KLR+?
Frau Schleß­mann: Mehr Räu­me wären toll.

IGEL: Wer­den Sie die Abschluss­klas­sen ver­mis­sen (Monia)?
Frau Schleß­mann: Aber immer!!!

IGEL: Frau Schleß­mann, wir dan­ken Ihne für Ihre Zeit und die ehr­li­chen Ant­wor­ten!
Die Fra­gen stell­ten Monia, Ale­xia, Sarah, Danie­la und Julian.

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