Schritt, Atemzug, Besenstrich – Interview mit Frau Alissar Hawila


IGEL Hal­lo, Frau Haw­ila und her­zlich willkom­men bei uns an der KLR+ Prüm. Wir aus der IGEL-Redak­tion wür­den uns freuen, wenn Sie sich unseren IGEL-Lesern kurz vorstellen.
Frau Haw­ila: Ich heiße Alis­sar Haw­ila und ich bin 25 Jahre alt. Ich bin Stu­dentin der Sozialar­beit beim Car­i­tas Ver­band West­eifel e. V.. Zurzeit bin ich im drit­ten Semes­ter und hier an der Schule befinde ich mich jet­zt in mein­er drit­ten Prax­is­phase im Fremd­prak­tikum. Meine The­o­riephasen absolviere ich an der DHBW Villin­gen-Schwen­nin­gen mit dem Schw­er­punkt Jugend‑, Fam­i­lien- und Sozial­hil­fe.

Frau Alis­sar Haw­ila im Gespräch mit Julian Insel­berg­er, 9b, von der IGEL-Redak­tion

IGEL Bitte kreuzen Sie uns von den fol­gen­den Charak­tereigen­schaften die an, von denen Sie denken, dass diese auf Sie am ehesten zutr­e­f­fen.
Frau Haw­ila:

Eigen­schafttrifft zutrifft weniger/nicht zu
fre­undlichX
ziel­stre­bigX
gewitztX
offen­sivX
hil­fs­bere­itX
zurück­hal­tend
musikalischX
quer­denk­endX
sportlichX
großzügigX
selb­st­be­wusstX
zuver­läs­sigX
warmherzigX
leb­haftX
logischX
humor­vollX
tem­pera­mentvollX
ehrlichX
acht­samX

IGEL: Was für eine Art Prak­tikum absolvieren Sie bei uns an der KLR+?
Frau Haw­ila: Das ist ein Fremd­prak­tikum, das in mein Studi­um inte­gri­ert ist. Das bedeutet, dass ich eine Prax­is­phase in ein­er Ein­rich­tung außer­halb mein­er Stam­mein­rich­tung absolviere.

IGEL: Was inter­essiert Sie an Ihrer Tätigkeit bei uns beson­ders?
Frau Haw­ila: Mich inter­essiert in der Praxis­er­fahrungszeit vor allem, wie bei Euch an der Schule die Arbeits­ge­mein­schaften nach­mit­tags umge­set­zt wer­den und dass ich mich mit Euch Schülern auch über Eure Anliegen unter­hal­ten kann und auch helfen kann.

IGEL: Wie kamen Sie aus­gerech­net auf unsere Schule als Prak­tikumss­chule?
Frau Haw­ila: Das lief über den Car­i­tasver­band. Da Frau Mul­bach, Eure Schul­sozialar­bei­t­erin, auch Mitar­bei­t­erin des CV (Car­i­tas Ver­band, Anm. der Redak­tion) ist, wurde Sie mir emp­fohlen und so habe ich mich für Euch entsch­ieden.

IGEL: Gibt es Dinge bei uns an der Schule, die Ihnen auf den ersten Blick beson­ders neg­a­tiv oder beson­ders pos­i­tiv auf­fall­en?
Frau Haw­ila: Mir gefällt, dass sowohl die Schüler als auch die Lehrer sehr offen und nett sind. Beson­ders pos­i­tiv finde ich die Bere­itschaft, neue Pro­jek­te und Per­spek­tiv­en zu inte­gri­eren bzw. anzunehmen. Auch freue ich mich immer sehr darüber, neue Ein­blicke, sowohl in die AGs, als auch in die Klassen erlan­gen zu kön­nen. Vor allem die Offen­heit der Schüler, sich Tipps und Anre­gun­gen einzu­holen, ist mir beson­ders pos­i­tiv aufge­fall­en.

IGEL: Wie sin­nvoll find­en Sie Schul­noten und Sitzen­bleiben?
Frau Haw­ila: Die Tests soll­ten anonym bew­ertet wer­den, damit lediglich die Leis­tung und nicht die Sym­pa­thie bew­ertet wer­den. Ich finde, jed­er Schüler hat das Recht auf eine neu­trale Bew­er­tung. Sitzen­bleiben finde ich dahinge­hend sin­nvoll, da dem Schüler eine Chance geboten wird, den Schul­stoff nachzu­holen, der Ihm noch fehlt.

IGEL: Haben Sie ein Lebens­mot­to, oder gibt es eine Redewen­dung oder ein Zitat etc., das auf Sie zutrifft?
Frau Haw­ila: „Schritt, Atemzug, Besen­strich”, das sagtBep­po der Straßenkehrer.

Dazu fol­gt der Tex­tauss­chnitt aus dem Buch „Momo” von Michael Ende:
„Siehst du, Momo”, sagte er dann zum Beispiel, „es ist so: Manch­mal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schreck­lich lang; das kann man niemals schaf­fen, denkt man.”
Er blick­te eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort:
„Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man auf­blickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen.”
Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weit­er:
„Man darf nie an die ganze Straße auf ein­mal denken, ver­stehst du? Man muss nur an den näch­sten Schritt denken, an den näch­sten Atemzug, an den näch­sten Besen­strich. Und immer wieder nur an den näch­sten.”
Wieder hielt er inne und über­legte, ehe er hinzufügte:
„Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.” Und aber­mals nach ein­er lan­gen Pause fuhr er fort:
„Auf ein­mal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste.”
Er nick­te vor sich hin und sagte abschließend:
„Das ist wichtig.”

IGEL: Wo waren Sie schon über­all im Urlaub?
Frau Haw­ila: Also, mein Favorit ist Indi­en. Ich war aber auch schon in Eng­land (Lon­don), Valen­cia (Spanien), Frankre­ich (Paris), Bel­gien (Brüs­sel), Marokko (Mar­rakesch), Syrien und dem Libanon.

IGEL: Welche drei Sachen wür­den Sie auf eine ein­same Insel mit­nehmen?
Frau Haw­ila: Ich würde etwas zum Schreiben und etwas zum Malen mit­nehmen, natür­lich viele Far­ben, und ich würde ein Gerät mit­nehmen, auf dem ich klas­sis­che Musik hören kann.

IGEL: Wenn Ihr Leben ver­filmt wer­den würde, welche berühmte Schaus­pielerin soll Sie darstellen?
Frau Haw­ila: Mich sollte jemand darstellen, der mir optisch ähn­lich sieht.

IGEL: Angenom­men, Sie dürften eine Sache auf der Welt verän­dern: Was wür­den Sie wählen?
Frau Haw­ila: Ein­deutig wäre das Chan­cen­gle­ich­heit für alle, weil alle es ver­di­ent haben, von Geburt an das­selbe geboten zu bekom­men.

IGEL: Welch­es Leben wür­den Sie lieber führen: ein wohlhaben­des Leben oder ein gesun­des Leben?
Frau Haw­ila: Ein gesun­des Leben, dadurch kann man sich alles erar­beit­en.

IGEL: Wie haben recher­chiert, dass Sie Poet­ry Slam­merin sind. Was gefällt Ihnen am Poet­ry Slam?
Frau Haw­ila: Zum einen finde ich es toll, die selb­st ver­fassten Texte auf der Bühne vor­tra­gen zu dür­fen. Auch die Erken­nt­nis daran, was man alles mit Wörtern erre­ichen kann. Zudem macht es mir ein­fach Spaß, auf der Bühne zu ste­hen.

Frau Haw­ila begleit­ete auch schon Schü­lerin­nen und Schüler auf ihren erleb­nis­päd­a­gogis­chen Tagen. Hier ist der Link:http://www.pruem-aktuell.de/nextshopcms/show.asp?lang=de&e1=11&ssid=1&docid=1&newsid=28540

Wir vom IGEL wün­schen Frau Haw­ila eine angenehme Zeit bei uns mit vie­len pos­i­tiv­en Erfahrun­gen. Das Inter­view führte Julian Insel­berg­er, 9b
Die Fotos wur­den von Kristi­na Apke, 8c, aufgenom­men.


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