Zecken – klein aber gefährlich


Die Zecke ist ein weltweit ver­bre­it­eter Par­a­sit, der sich vom Blut zahlre­ich­er Wirbeltiere ernährt. Der Blutver­lust ist für den Men­schen (oder das Tier) nicht das Prob­lem. Die Zecke hat vielmehr als Überträger von Krankheit­ser­regern auf Men­sch und Tier zweifel­hafte Berühmtheit erlangt. Viele Men­schen glauben, dass sich Zeck­en von Bäu­men fall­en lassen. Das stimmt allerd­ings nicht. Zeck­en hal­ten sich bevorzugt in  der boden­na­hen Veg­e­ta­tion in ein­er Höhe von 30 bis 60 Zen­time­tern auf, zum Beispiel auf Gräsern, in Büschen und auf Wiesen. Men­schen oder Tiere fan­gen sich Zeck­en meist im Gras ein oder streifen sie von Sträuch­ern ab. Auch auf Grün­flächen in Städten kön­nen Zeck­en vorkom­men, zum Beispiel in Stadt­parks oder Gärten. Sog­ar auf Sport­plätzen wur­den sie schon gefun­den. Mehr über Zeck­en, deren Gefahr und Schutz vor ihnen, erfahrt ihr hier.

Zeck­en zählen biol­o­gisch zur Klasse der Spin­nen­tiere. Das erken­nt man beispiel­sweise an den acht Beinen Erwach­sen­er Zeck­en. Noch genauer gehört die Zecke zur Unterk­lasse der Mil­ben. Die Zecke ist ein hochspezial­isiertes Tier, das durch Kör­per­bau und Ver­hal­ten her­vor­ra­gend an seine Umwelt angepasst ist. Als Par­a­sit braucht sie andere Lebe­we­sen, von deren Blut sie sich ernährt – ähn­lich wie eine Stechmücke.

Doch im Ver­gle­ich zu Stech­mück­en brauchen Zeck­en viel mehr Blut. Im Extrem­fall hän­gen sie bis zu 15 Tage an ihrem Wirt (Tiere und Men­schen) und trinken dessen Blut. Dafür suchen sie sich an ihrem Opfer eine geeignete Stelle, etwa beim Men­schen die Achsel­höh­le oder den Gen­i­tal­bere­ich, um fes­ten Halt zu haben. Blut lässt die Zecke wach­sen. Die Zecke saugt das Blut ohne Umwege in ihren Darm. Durch das Blut­saugen steigt ihr Eigengewicht um ein Vielfach­es. Denn der Darm beste­ht aus vie­len Anhän­gen und ist so dehn­bar, dass eine vollge­saugte Zecke bis zu 200-mal so viel wiegen kann wie eine hungrige.

Mit ein­er einzi­gen Blutmahlzeit kann eine Zecke sehr lange über­leben. Unter Test­be­din­gun­gen im Labor kon­nten Zeck­en, die vorher Blut gesaugt hat­ten, bis zu zehn Jahre lang ohne weit­ere Nahrung auskom­men. In freier Natur lebt der hiesige Gemeine Holzbock im Durch­schnitt drei bis fünf Jahre. Die Par­a­siten kön­nen also sehr lange ohne Wirt leben. Anson­sten leben männliche Zeck­en bis nach der Begat­tung, Weibchen ster­ben nach der Eiablage.

Zeck­en entwick­eln sich in drei Sta­di­en vom Ei bis zur aus­gewach­se­nen Zecke. Für jeden Entwick­lungss­chritt benöti­gen Sie eine Blutmahlzeit.
Zeck­en­larve: Die Lar­ven der Zecke sind weiß und bis zu 0,5 Mil­lime­ter groß. Sie haben im Gegen­satz zu Zeck­en in den anderen Entwick­lungssta­di­en nur 3 Beinpaare.
Nymphe: So wird eine Zecke im „Jugendlichen-Sta­di­um“ beze­ich­net. Nymphen sind etwa 1–2 mm groß. Ihr Kör­p­er ist weiß bis durch­sichtig gefärbt.
Erwach­sene Zecke: Sie wer­den etwa 2–4 mm groß. Weibchen kön­nen vollge­so­gen sog­ar bis zu 12 mm groß wer­den. Die weib­liche Zecke benötigt nach dem Durch­laufen aller Zeck­en­sta­di­en noch eine weit­ere Blutmahlzeit für die Eiablage.

Warum sind Zeck­en so gefährlich?
Ist die Zecke mit Krankheit­ser­regern infiziert, kann ein Zeck­en­stich für Men­schen gefährlich wer­den. Dabei gelan­gen die Krankheit­ser­reger aus den Spe­ichel­drüsen oder dem Darm der Zecke durch den Stechap­pa­rat in den Kör­p­er des Wirts. Zeck­en­stiche soll­ten daher so gut es geht durch die richtige Vor­sorge ver­mieden wer­den. In Deutsch­land gibt es unter­schiedliche Zeck­e­narten die ver­schiedene Krankheit­ser­reger über­tra­gen können.

Wer eine Zecke an sich ent­deckt, sollte diese umge­hend! aus der Haut ziehen. Zum Beispiel mit ein­er Zeck­enkarte. Achtung: Die Zecke muss kom­plett ent­fer­nt wer­den. Wenn du denkst, der Kopf steckt noch in der Haut, geh lieber mal zum Arzt. Um Zeck­en­stiche zu ver­mei­den, helfen ver­schiedene Vor­sorge­maß­nah­men. Neben langer Klei­dung und fes­tem Schuh­w­erk zählen auch Anti-Zeck­en­sprays dazu. Außer­dem ist es sin­nvoll, sich nach jedem Aufen­thalt im Grü­nen gründlich nach Zeck­en abzusuchen. Vor FSME kann man sich durch Impfen schützen. Gegen Bor­re­liose gibt es noch keine Imp­fung für Menschen.

Quelle: geolino.de
Foto: pixabay

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