Berge sind stille Meister und machen schweigsame Schüler – Interview mit unserem neuen Schulleiter

Wie Ihr bes­timmt wisst, hat­ten wir ein ganzes Jahr lang keinen Schulleit­er (der IGEL berichtete). Das ist nun nicht mehr so. Die IGEL-Redak­tion beschafft Euch exk­lu­sive Infor­ma­tio­nen über ihn, dessen Name nun genan­nt wer­den darf: Her­zlich willkom­men bei uns an der KLR+, Herr Stephan Schilling! Ihren Namen hat die IGEL-Redak­tion natür­lich schon her­aus­ge­fun­den, aber jet­zt sind Sie dran und kön­nen unsere Neugi­er über „den Neuen” hof­fentlich stillen!

Herr Stephan Schilling im Gespräch mit Kim und Sarah vom IGEL

IGEL: Wür­den Sie sich unseren Lesern bitte kurz vorstellen?

Schilling: Sehr gerne. Mein Name ist Stephan Schilling. Ich bin seit jet­zt dem 6. März 2018 in Prüm kom­mis­sarisch­er Schulleit­er. Zuvor hat­te ich die Stelle des Kon­rek­tors an der Grund- und Realschule plus in Irrel inne. Diese Schule liegt in der Süde­ifel. Ich bin 1975 in Tri­er geboren und habe auch lange Zeit in Tri­er gelebt und gewohnt. Mein Abitur habe ich am AVG (Auguste-Vik­to­ria-Gym­na­si­um) in Tri­er abgelegt und bin dann für mein Studi­um nach Koblenz gezo­gen. Dort habe ich auf Lehramt für Grund- und Hauptschule die Fäch­er Deutsch und Arbeit­slehre, Tech­nik und Arbeit­slehre Haushalt studiert und war dann im Ref­er­en­dari­at in Tri­er an der Grund- und Hauptschule Tri­er-Zewen. Die gibt es heute nicht mehr. Darauf bin ich vor zehn Jahren nach Irrel an die Grund- und Realschule plus gewech­selt und wurde dort Kon­rek­tor. Das ist mein beru­flich­er Werde­gang. Pri­vat sieht es fol­gen­der­maßen aus: Ich wohne mit mein­er Frau und meinen bei­den Kindern in Bit­burg. In der Eifel fühlen wir uns sehr wohl. Am Anfang habe ich schon gedacht, dass Bit­burg vielle­icht ein biss­chen klein ist, aber mit Kindern ist es super. Man hat alle Einkauf­s­möglichkeit­en in der Nähe, die Men­schen sind fre­undlich und man hat die Natur, den Wald direkt vor der Haustür, also alles, um sich wohl zu fühlen.

IGEL: Sie hat­ten ja bere­its ein Inter­view mit Her­rn Frank Auf­fen­berg von Tri­erischen Volks­fre­und, in dem Sie erwäh­n­ten, dass Sie gerne wan­dern. Wo gehen Sie denn da gerne hin?

Schilling: Ja, das ist richtig, ich bin schon einige Streck­en­ab­schnitte des „Eifel­steigs“ gewan­dert und das finde ich auch z.B. ganz schön, das kön­nte man vielle­icht auch mit der Schule machen, so eine Stern­wan­derung oder halt eben hier in der Region Aus­flüge machen, um die nähere Umge­bung noch bess­er ken­nen­zuler­nen. Auch eine Fahrrad­tour mit der ganzen Schul­ge­mein­schaft fände ich toll. Ich denke, Wan­dertage soll­ten dazu sein, dass man eben nicht unbe­d­ingt immer ins Fan­tasia­land fährt, son­dern auch mal hier in der Region stat­tfind­en und das sein, wozu sie eigentlich da sind. Die Schü­lerin­nen und Schüler ken­nen oft gar nicht die Region, in der sie leben und unsere Region hier, die Eifel, ist ja geschichtlich auch sehr inter­es­sant. Das sollte man ein­fach ein­binden. Auch das Hohe Venn ist eine Wan­derung wert. Man kann hier schon Vieles machen und sehen und die Wan­der­wege, vor allem der Eifel­steig, sind natür­lich ganz toll. Ich weiß nicht, ob Ihr da schon mal gewan­dert seid?

IGEL (Kim und Sarah): Joah, also schon, aber nicht so oft. Welch­es sind denn Ihr Liebling­surlaub­sziel, Ihre Lieblingsmusik, Ihr Lieblings­film und Ihr Lieblings­buch?

Schilling: Ich finde, dass Griechen­land ein schönes Urlaub­sziel ist, aber auch Ital­ien, Öster­re­ich, Deutsch­land, die Nieder­lande sind Län­der, die ich gerne bereise. Das ist jet­zt aber keine Rang­folge. In Deutsch­land wäre das für mich die Alpen­re­gion, aber auch die Nord- und Ost­seeküste. Aktuell mit meinen bei­den kleinen Kindern fahre ich dieses Jahr nach Zee­land ans Meer. In beson­ders guter Erin­nerung habe ich einen Wan­derurlaub von Turin in Rich­tung Seealpen, genauer Niz­za, das war eine tolle Erfahrung. Das Schöne an den Bergen ist, dass man ständig ver­schiedene Ein­drücke bekommt. Unten fängt es bewaldet an und oben gibt es nur noch Steine. Unter­schiedliche Wel­ten zu bege­hen, tut der Seele ein­fach gut. Das Buch, das ich zurzeit lese, ist ein Sach­buch über schulis­che Entwick­lung. Das mag für Euch eher lang­weilig klin­gen, ist für mich beru­flich aber wichtig. „Denkstrate­gien“ von Edward de Bono heißt das Buch. Inter­es­sant daran ist, wie man das eigene Gedächt­nis trainieren kann. Aber ich lese auch gerne zeit­geschichtliche Krim­i­nal­ro­mane: die sechs Bände mit „Kom­mis­sar Gere­on Rath“ von Volk­er Kutsch­er beispiel­sweise. Diese spie­len in den Dreißiger Jahren in Berlin. Oder Krim­i­nal­ro­mane von Wolf­gang Schor­lau, da wer­den zeit­geschichtliche Aspek­te in Form von Krim­i­nalfällen aufgear­beit­et, „Die blaue Liste“ oder „Fremde Wass­er“ habe ich gele­sen und das neue Buch „Der große Plan” ist bestellt. Lieblingsmusik habe ich keine, ich höre Rock, Pop, gerne Deutschrock. Film? Fernse­hen schaue ich wenig, wenn, dann Tatort, also bin ich wohl mehr so der Mörder­typ. Pri­vat­sender schaue ich so gut wie gar nicht. Da kommt ein­fach nichts beson­ders Intel­li­gentes, dafür ist mir die Zeit irgend­wie zu schade.

IGEL: Was essen Sie denn so gerne?

Schilling: Man sagt über mich, ich sei eine Ess­mas­chine. In der Men­sa ver­nichte ich alle übrig gebliebe­nen Mahlzeit­en zusät­zlich zu meinem bestell­ten Essen. Wir ver­suchen zuhause darauf zu acht­en, dass unser Essen möglichst biol­o­gisch ist und auch aus der Region kommt. Fleisch ver­suchen wir wenig zu essen, acht­en dann aber auf die Qual­ität und kaufen beim Met­zger vor Ort.

IGEL: Was reizt Sie an ein­er Schulleit­er­stelle im Gegen­satz zum nor­malen Lehrerjob?

Schilling: Dass man gemein­sam noch mehr entwick­eln kann. Der Ansatz ist ja der gle­iche wie als Klassen­lehrer: auch mit ein­er Klasse muss man Strate­gien entwick­eln zur Lösung von Prob­le­men und Kon­flik­ten, als Schulleit­er macht man das dann in ein­er größeren Gruppe, finde ich. Inter­es­sant für mich ist die Möglichkeit, die Schule nach innen und nach außen weit­erzuen­twick­eln, das heißt, man kann die Außen­wirkung ein­er Schule auch nach seinen Wün­schen ändern. Man kann der Schule ein Pro­fil geben, indem man zum Beispiel Wert auf Päd­a­gogik und Fre­undlichkeit legt oder man ver­sucht, eine Schule zu erschaf­fen, die möglichst viele Hochbe­gabte her­vor­bringt, die dann möglichst intel­li­gent die Schule ver­lassen. Das ist eine per­sön­liche Hand­schrift, die man hin­ter­lassen kann, natür­lich immer in Zusam­me­nar­beit mit dem Kol­legium. Wenn ein Kol­legium das anders sieht, ist es natür­lich immer schwierig. Hier an der KLR+ ist es jeden­falls sehr gut, da wir ein sehr engagiertes Kol­legium haben.

IGEL: Was erhof­fen Sie sich uns als Schü­lerin­nen und Schülern, den Erziehungs­berechtigten und den Lehrerin­nen und Lehrern?

Schilling: Für alle gilt: Man sollte gemein­sam an Zie­len arbeit­en und das auch, wenn einem ein Ziel mal nicht passt und das unter­stützen und tra­gen, was die Gemein­schaft möchte. Kri­tik ist dabei gut, aber wie immer sollte sie kon­struk­tiv sein, son­st ist sie über­flüs­sig. Ich erwarte, dass alle sich an Regeln hal­ten, die wir hier aufgestellt haben zum Wohle aller. Schü­lerin­nen und Schüler soll­ten ihre Rechte und Pflicht­en wahrnehmen und so die Schule mit­gestal­ten, hierzu müssen die Lehrer sie unter­stützen. Die Schüler sind der Kern ein­er Schule, vielle­icht wichtig­stes Ele­ment. Auch die Eltern haben hier eine wichtige Rolle und soll­ten unsere Regeln mit­tra­gen und viel wichtiger: auch mit­gestal­ten. Eltern sind für mich immer willkom­men an der Schule. Eine Schule, die Zusam­men­hält, erken­nt man auch daran, dass das Kol­legium als Team auftritt. Hier ist das der Fall, Prob­leme wer­den gemein­sam ange­gan­gen, insofern habe ich hier mit meinem Antritt ein Top-Sit­u­a­tion und bin sich­er, dass wir so einiges hin­bekom­men wer­den.

IGEL: Was empfind­en Sie als absolute No-Gos an ein­er Schule?

Schilling: Gewalt, Dro­gen und Respek­t­losigkeit gegenüber Mit­gliedern der Schul­ge­mein­schaft.

IGEL: Welche Ideen haben Sie denn konkret, um die KLR+ weit­erzuen­twick­eln? Und wie weit wür­den Sie dafür gehen?

Schilling: Man muss sich bes­timmte Felder ein­fach mal genauer anschauen, um zu sehen, wie rund es da läuft, zum Beispiel die gemein­same Ori­en­tierungsstufe mit dem Regi­no-Gym­na­si­um. Da sind wir nun gemein­sam mit der Schulleitung des Regi­no-Gym­na­si­ums in wirk­lich guten und kon­struk­tiv­en Gesprächen und wir nehmen uns gegen­seit­ig Ernst. An dieser Stelle daher „Danke” an Her­rn Petri und sein Team. Oder: Wie ist die soziale Aus­ge­wogen­heit der Schü­lerin­nen und Schüler, beziehungsweise das Störver­hal­ten an der Schule? Vielle­icht muss hier noch mehr päd­a­gogisch gear­beit­et wer­den. Wichtig in der fün­ften und sech­sten Klasse ist auch das The­ma Förderung. Schü­lerin­nen und Schüler mit Schwierigkeit­en im Umgang mit Schreiben und Lesen soll­ten opti­mal gefördert wer­den, dass sie später max­i­mal gut ins Beruf­sleben wech­seln kön­nen ohne Prob­leme dabei zu haben. Das muss man früh anle­gen, denn irgend­wann ist es dafür zu spät. Hier­auf noch mehr zu schauen wird auf jeden Fall ein­er mein­er Arbeitss­chw­er­punk­te sein. Wie weit ich dafür gehen würde? Ganz klar müssen Ver­stöße gegen das Betäubungsmit­telge­setz, um ein Beispiel zu nen­nen, sank­tion­iert wer­den. Aber zusät­zlich zur Sank­tion muss das Gespräch miteinan­der ste­hen. Die betrof­fene Schü­lerin oder der betrof­fene Schüler sollte ver­ste­hen, warum sie oder er falsch gehan­delt hat und das ein­se­hen.

IGEL: Wie wird man Schulleit­er? Kön­nen Sie uns das Ver­fahren ein­mal grob erläutern? Und warum haben Sie sich aus­gerech­net auf die Schulleit­er­stelle an unser­er Schule bewor­ben?

Schilling: Um Schulleit­er wer­den zu kön­nen, muss man ver­beamteter Lehrer mit Planstelle sein und in der Regel einige Jahre im Dienst sein. Man kann sich nur auf die Schu­lart als Schulleit­er bewer­ben, für die man sich auch als Lehrer qual­ifziert hat. Dann muss eine Prü­fung abgelegt wer­den, die aus vier Teilen beste­ht. Der eigene Unter­richt wird gezeigt und dien­stlich beurteilt, dafür gibt es dann eine Note. Die Beste­nauslese ist hier das Ziel im Beamten­we­sen, wenn es also einen Mit­be­wer­ber gibt, der bess­er unter­richtet hat, ist man in dem Bere­ich schon raus. Dann fol­gt eine ein­stündi­ge mündliche Prü­fung über Schul­recht und Päd­a­gogik, aktuelle bil­dungspoli­tis­che The­men, Ideen der Weit­er­en­twick­lung der Zielschule. Anschließend hält man eine Kon­ferenz und als let­ztes besucht man noch eine Kol­le­gin oder einen Kol­le­gen in dessen Unter­richt und berät die Kol­le­gin bzw. den Kol­le­gen. Warum in Prüm? Prüm ist ein inter­es­san­ter Stan­dort, die KLR+ ist eine Stadtschule, eine reine Realschule plus. An Prüm mag ich auch die über­schaubare Größe der Schule, der einzelne Schüler kann hier noch im Mit­telpunkt ste­hen, nie­mand ist hier eine bloße Num­mer. Der Stan­dort direkt an der berufs­bilden­den Schule ist eben­so inter­es­sant und eine Koop­er­a­tion aus­baufähig.

Herr Stephan Schilling bei sein­er Amt­se­in­führung am 06.03.18 mit unserem Per­son­al­rat: Christi­na Thie­len, Anne-Katrin Lau­res und Car­olin Pütz

IGEL: Was gedenken Sie, gegen das lei­di­ge Raucher­prob­lem an der KLR+ zu unternehmen? Bis­lang fehlen hier abge­sproch­ene gemein­schaftliche Vorge­hensweisen, die greifen wür­den. Wir find­en es furcht­bar, dass immer mehr Schü­lerin­nen und Schüler rauchen und die Rauch­er auch immer jünger wer­den.

Schilling: Eine erste Strate­gie habe ich bere­its mit der Schülervertre­tung besprochen, anson­sten set­ze ich auf ver­stärk­te Auf­sicht und eine Koop­er­a­tion mit der Polizei und dem Ord­nungsamt. Das Rauchver­bot gilt ja nicht nur in der Schule, son­dern grund­sät­zlich auch für Min­der­jährige. Wir wollen die Rauch­er ja nicht diskri­m­inieren, son­dern ein­fach mal klarstellen, dass das nicht erlaubt ist.

IGEL: Das heißt, dass jet­zt endlich mal was passiert? Die Lehrerin­nen und Lehrer waren ziem­lich gen­ervt davon, dass es kein­er­lei Kon­se­quen­zen hat­te, wenn sie Rauch­er erwis­cht haben, außer dass sie die Rauch­er dann zum Nach­sitzen an der Backe hat­ten.

Schilling: Mein Wun­sch ist hier eine gute Koop­er­a­tion mit der Polizei und dem Ord­nungsamt, ich bin ja ger­ade dabei, mich über­all vorzustellen und werde diese Prob­lematik auf jeden Fall ansprechen. Da muss defin­i­tiv ein Ansprech­part­ner her und ich fände es gut, wenn die Polizei bei diesen Ver­stößen ein­fach mal vor­beikäme. Da kön­nten auch Geld­bußen aus­ge­sprochen wer­den. Schüler haben Rechte, aber auch Pflicht­en und in diesem Fall geht es darum, die nich­trauchen­den Schüler vor den Rauch­ern zu schützen.

IGEL: Dür­fen wir hof­fen, dass Sie das Handyver­bot an der KLR+ abschaf­fen?

Schilling: Grund­sät­zlich kann ich das gar nicht alleine abschaf­fen. Eine Änderung der Hau­sor­d­nung ist nur möglich in Absprache mit den Schülervertretern, den Eltern­vertretern in ein­er Gesamtkon­ferenz und sog­ar im Benehmen mit der Kreisver­wal­tung, das heißt, dem Schul­träger. Man kön­nte hier nur noch ein­mal genau über­legen, in welchen Bere­ichen des Unter­richts es vielle­icht doch zum Ein­satz kom­men kön­nte. Das Prob­lem bei den Handys ist grund­sät­zlich, dass wir als Lehrer keine Zugriff­s­möglichkeit­en auf Eure Geräte haben. Ihr kön­ntet Euch beispiel­sweise jugendge­fährdende Inhalte anschauen oder andere Schüler in sozialen Net­zw­erken verunglimpfen. Außer­dem sind wir während der Schulzeit eure Für­sorgev­ertreter und daher für euch in dieser Zeit ver­ant­wortlich. Stellt euch vor genau in diesem Moment passiert dann eine solche Straftat. Wie wür­den wir als Schule dann daste­hen? Das Handyver­bot ist ein Schutz für die Schul­ge­mein­schaft und let­ztlich für euch.

IGEL: Und in den Pausen?

Schilling: Wie gesagt, grund­sät­zlich habt Ihr die Möglichkeit, solche Fra­gen über Eure Schülervertreter auf ein­er Gesamtkon­ferenz anzus­prechen. Eine Diskus­sion über Dinge, die Euch bewe­gen, finde ich in jedem Fall gut und wün­schenswert. Vielle­icht kann man hier eine neue Lösung her­beiführen.

IGEL: Apro­pos Pause – Was gedenken Sie, gegen das unendliche Prob­lem unser­er unzu­mut­baren san­itären Ein­rich­tun­gen zu unternehmen?

Schilling: Was genau meint Ihr da?

IGEL: Ja, dass immer alles so schmutzig ist, die Klos ver­stopft sind, dass dort ger­aucht wird und oft das Klopa­pi­er fehlt.

Schilling: Eine kleine Lösung haben wir da schon in Angriff genom­men, die möchte ich jet­zt aber nicht ver­rat­en, denn son­st bringt die Maß­nahme nichts. Hier möchte ich auch die Schülervertre­tung noch stärk­er mit ins Boot nehmen, auch mit Auf­sicht­en. Die Schmier­ereien entste­hen ja durch einige wenige Schüler und die Schüler soll­ten dann auch für sich selb­st stärk­er ver­ant­wortlich wer­den. Die Schülervertre­tung sollte hier unter­stützend mitar­beit­en. Ich wün­sche mir mehr Ver­ant­wor­tung und mehr Mit­sprache auch von den gewählten Klassen­sprech­ern. Statt zu jam­mern, selb­st mithelfen, dass sich die Sit­u­a­tion verbessert – so lautet die Devise.

IGEL: Wir haben zurzeit den Pausen­flitzer auf dem Hof ste­hen, vorher gab es im Kiosk einen Verkauf. Wie ste­hen Sie dazu?

Schilling: Grund­sät­zlich fände ich eine Wieder­bele­bung des Kiosks durch Schü­lerin­nen und Schüler sehr sin­nvoll. Vielle­icht ist es möglich, das als Pro­jekt in WuV oder HuS zu reak­tivieren als Schüler­fir­ma. Die SuS kön­nten das ver­di­ente Geld dann für sich ver­wen­den. Es gibt sehr inter­es­sante ergänzende Pro­jek­te in dieser Rich­tung, wie zum Beispiel das Siegel „Trans­fer­schule“, das heißt, man verkauft u.a. nach­haltige Pro­duk­te wie Kakao aus Afri­ka. Das würde auch nach außen zeigen, dass wir eine soziale Schul­ge­mein­schaft sind, die die Welt  und die Men­schen acht­en, die mit uns leben.

IGEL: Wir haben bere­its seit zwei Jahren Tablets, die wir nicht nutzen kön­nen an der Schule, da sie nicht ein­gerichtet sind. Möcht­en Sie auch Medi­en ver­stärkt in den Unter­richt ein­binden?

Schilling: Ja klar, neue Medi­en im Unter­richt sind wichtig. Aber das Nutzung­sprob­lem hat nicht unbe­d­ingt nur mit unser­er Schule zu tun. In Prüm sind die Über­tra­gungsrat­en des Inter­nets recht ger­ing. Ich habe ger­ade auf der Schullei­t­er­di­en­st­be­sprechung des Eifelkreis­es eine Über­sicht über die Datenüber­tra­gungsrat­en im Eifelkreis erhal­ten. Die Bre­it­ban­dini­tia­tive des Eifelkreis­es schreibt hier meines Wis­sens, dass Prüm noch niedrige Über­tra­gungsrat­en aufweist. Lobenswert­er­weise fördert der Eifelkreis den Aus­bau mit Glas­faserk­a­beln und diese wer­den wir dann voraus­sichtlich im Laufe des Jahres 2019 bis direkt in die Schule ver­legt bekom­men. Das find­et dann wohl gle­ichzeit­ig mit dem Umbau statt und dann wird das Prob­lem wohl behoben sein. Allerd­ings müssen auch Zwis­chen­lö­sun­gen gefun­den wer­den, das ist richtig.

IGEL: Dür­fen die Schü­lerin­nen und Schüler in Zukun­ft bei Minus­graden auch mal in der Pausen­halle bleiben, wie es am Regi­no-Gym­na­si­um geregelt ist? Wir find­en es manch­mal wirk­lich unmen­schlich, rauszumüssen.

Schilling: Ihr habt ja eine schöne Pausen­halle, das muss man ein­fach mal besprechen. Den ganzen Win­ter drin hock­en muss man nicht, aber bei minus zehn Grad durften auch bei uns in Irrel die Schüler drin­bleiben.

IGEL: Zum The­ma Klassen­räume ver­schön­ern, manche Klassen wür­den ihren Klassen­raum gerne ver­schön­ern, wie sehen Sie das, wenn Räume eigenini­tia­tiv gestrichen wer­den? Der Kreisver­wal­tung scheint das nicht recht zu sein.

Schilling: Ich bin eigentlich ein Vertreter des Lehrerraumprinzips. Das bedeutet, dass jed­er Lehrer seinen eige­nen Raum zum Unter­richt­en hat und die Schüler zwis­chen den Räu­men pen­deln, so wie Ihr das im Moment schon zu den Fachräu­men tut. Ein Vorteil ist, dass Ihr Schüler dann mehr Bewe­gung habt und nicht mehr unbeauf­sichtigt im Klassen­raum seid, während Eure Lehrer zwis­chen den Räu­men pen­deln. Auch hätte der Lehrer seine Mate­ri­alien immer an der Hand, sein Raum wäre super aus­ges­tat­tet. Stu­di­en bele­gen, dass Schüler, die nach Lehrerraumprinzip unter­richtet wer­den, weniger aggres­siv sind, weniger mobben und weniger zer­stören und unter dem Strich sind mehr Räume zur Ver­fü­gung. Damit hätte sich Frage mit dem Stre­ichen dann auch erledigt, weil die Räume dann viel ordentlich­er wären. Allerd­ings habt Ihr als Klasse dann keinen eige­nen Raum mehr.

IGEL: Unsere jet­zi­gen 10er Klassen haben um die 30 Schüler. Ist das nor­mal und kön­nen Sie etwas an der Anzahl machen?

Schilling: Kleinere Klassen sind nicht unbe­d­ingt bess­er beschul­bar als große Klassen, das besagt u.a. die Hat­tie-Studie und ist auch die Erfahrung viel­er Kol­le­gen. Um die 20, 25 Schüler in ein­er Klasse wären natür­lich schön­er. Um die 30 ist eben der Teil­er, das heißt, es ist nor­mal, aber wir soll­ten grund­sät­zlich schauen, dass wir mehr Schüler haben, da wir dann mehrere kleinere Klassen bilden kön­nten.

IGEL: Warum ist Infor­ma­torische Bil­dung (IB) aus den Wahlpflicht­fäch­ern gestrichen wor­den?

Schilling: IB sollte in allen anderen WPF-Fäch­ern inte­gra­tiv mitun­ter­richtet wer­den. Als Einzelfach ist es eigentlich nicht vorge­se­hen.

IGEL: Was möcht­en Sie unseren Schü­lerin­nen und Schülern an der KLR+ gerne als Let­ztes noch mit auf den Weg geben?

Schilling: Das habe ich ver­mut­lich im Gespräch schon gesagt. Ich fasse mal zusam­men:

  • immer höflich bleiben
  • respek­tvoll miteinan­der umge­hen
  • fre­undlich sein

Wer diese drei grundle­gen­den Dinge beherrscht, kommt ganz weit im Leben. An ein­er Schule, an der alle Mit­glieder der Schul­ge­mein­schaft sozial miteinan­der umge­hen, fühlt sich jed­er Einzelne wohl und kommt jeden Tag gerne. Alles andere ist zweitrangig.

Gutes bewahren und Neues ange­hen, das ist mein Vor­satz an der KLR+ Prüm.

IGEL: Herr Schilling, wir danken Ihnen her­zlich, dass Sie sich so viel Zeit genom­men haben für all unsere Fra­gen und wün­schen uns und Ihnen, dass wir gemein­sam die Schule vor­wärts­brin­gen kön­nen. Wir danken auch Frau Pavlovic, die uns eine ganze Schul­stunde in Mathe ent­behren musste, da wir dacht­en, das Inter­view würde nur über die Pause dauern.

Text: Kim Wag­n­er, 8a
Fotos: Catrin Steck­er

2 Antworten auf „Berge sind stille Meister und machen schweigsame Schüler – Interview mit unserem neuen Schulleiter“

  1. Es ist ein sehr tolles Inter­view. Ich kann mich noch gut an das Inter­view mit Her­rn laux­en erin­nern. Dage­gen ist meins nix. Ich richte übri­gens dem gesamten IGEL meine grüße aus 😉

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