Der EuGH – ein zahnloser Tiger?

Recherchefahrt zum EuGH nach Luxemburg

Die Jugend­presse RLP ver­anstal­tete am Mon­tag 07. Mai 2018 eine Recherchefahrt zum „Gericht­shof der Europäis­chen Union (EuGH)“ in Lux­em­burg. Die Auss­chrei­bung erre­ichte auch unsere IGEL-Redak­tion und somit bewar­ben wir (Anne, Ali­na, Kim und Frau Steck­er) uns mit einem kleinen Moti­va­tion­ss­chreiben um die Teil­nahme und beka­men den Zuschlag.

Nach der ersten Unter­richtsstunde (Kim musste noch Deutsch nach­schreiben) macht­en wir uns mit Frau Steck­ers altem VW Pas­sat – alle Beulen und Schram­men soll ange­blich ihr Schwiegervater noch zu Lebzeit­en hineinge­fahren haben – auf den Weg nach Tri­er. Dort las uns zusam­men mit eini­gen Stu­den­ten der Uni Tri­er und einem weit­eren Schülerzeitungs-Redak­tion­steam, die per Zug aus Kaiser­lautern angereist waren, ein Reise­bus auf, der mit weit­eren Teil­nehmern aus Mainz ges­tartet war. In knapp 40 Minuten kutsch­ierte der­Bus uns auf das Kirch­berg-Plateau, wo sich der EuGH in bester Gesellschaft zu inter­na­tionalen Banken, der Lux­em­burg­er Phil­har­monie und anderen Instiu­tio­nen befind­et, die alle den Charme ver­sprühen, dass über das Aus­geben von viel Geld nie nachgedacht wer­den musste. Markant am EuGH sind seine Zwill­ingstürme, die beim Betreten des Gebäudes mum­lig stim­men.

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Nach einem kurzen Rundgang durch einen Teil des Gebäudes, bei dem es jede Menge Kun­st zu bewun­dern gab, zum Beispiel auch den Denker von Rodin, durften wir eine Ver­hand­lung zum The­ma „Arbeit­szeit von Pflegeel­tern” im großen Gerichtssaal (Grande Salle d’Audience) mitver­fol­gen. Seitlich des Saales befind­en sich 24 Kabi­nen mit je zwei bis drei Simul­tan­dol­metsch­ern. Auch die Dol­metsch­er müssen studierte Volljuris­ten sein, um genü­gend mit der Materie ver­traut zu sein. Wir waren im vol­lk­li­ma­tisierten Saal mit Kopfhör­ern aus­ges­tat­tet und kon­nten z.B. die Anhörung des rumänis­chen Recht­san­walts wahlweise orig­i­nal oder in englis­ch­er, deutsch­er, schwedis­ch­er, pol­nis­ch­er franzö­sis­ch­er, ital­ienis­ch­er, flämis­ch­er, let­tis­ch­er, dänis­ch­er oder slowenis­ch­er Über­set­zung mitver­fol­gen. Argu­men­tiert wurde mit der Unversehrtheit des Men­schen, dem Grun­drecht des Kindes auf Schutz und Für­sorge (Artikel 24 der Grun­drechtchar­ta). Klar war irgend­wie, dass es hier zwei Ansätze gab: den tech­nis­chen des Arbeit­srecht­es der Pflegeel­tern und den men­schlichen des Kindeswohls. Nach 90 Minuten wurde die Ver­hand­lung in den Juli vertagt.

Mit dieser Ver­hand­lung endete ein für uns sehr span­nen­der und inter­es­san­ter Aus­flug zu einem wichti­gen Organ inner­halb der EU. Dafür möcht­en wir uns noch ein­mal her­zlich bei Samuel (Kim: „Samuel klärt das.”) von der Jugend­presse RLP für das Organ­isieren, dem EuGH und ins­beson­dere bei Her­rn Hart­mut Ost bedanken!

Text und Bilder: Anne Schmitz, 10b, Ali­na Engeln, 10a, Kim Wag­n­er, 8a, und Catrin Steck­er

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