Kinder helfen Kindern – die etwas andere AG

Ken­nen­ler­nen­spie­le mit den Cari Kids mit Schü­le­rin­nen und Schü­lern der AG Kin­der hel­fen Kin­dern in der Pau­sen­hal­le wäh­rend des letz­ten Begegnungsnachmittags

Die Kin­der hel­fen Kin­dern-AG, ist eine frei­wil­li­ge Arbeits­ge­mein­schaft der Kai­ser-Lothar-Real­schu­le plus in Prüm. Die Schü­ler tref­fen sich diens­tag­nach­mit­tags für zwei Schul­stun­den in den Räum­lich­kei­ten der Schu­le. Fast alle der Ki-he-Ki-Kids sind kei­ne Ganz­tags­kin­der und kom­men seit Okto­ber 2015 min­des­tens ein­mal in der Woche für zwei zusätz­li­che Schul­stun­den in die Schu­le. Zeit­wei­se stan­den 40 Kin­der auf der War­te­lis­te, die ger­ne mit­ar­bei­ten wollten.
Die Grup­pe besteht zur­zeit aus Schü­lern der fünf­ten bis zehn­ten Klas­se. Im ver­gan­ge­nen Schul­jahr hat­ten wir auch För­der­schü­ler und ein geis­tig und kör­per­lich beein­träch­tig­tes Kind in unse­rem Team. Es tref­fen Real- Berufsreife‑, För­der­schü­ler oder Kin­der mit Migra­tons­hin­ter­grund auf­ein­an­der, so ent­steht eine Grup­pen­kon­stel­la­ti­on, die sich sonst nie gebil­det hät­te. Dadurch wird Inte­gra­ti­on gelebt.
Ein tol­les Gemein­schafts­ge­fühl ist ent­stan­den, nicht zuletzt, weil wir Regeln für uns auf­ge­stellt haben,  z.B. Lachen wir mit­ein­an­der und nie­mals über­ein­an­der, jeder hilft jedem oder alle sind im Team gleich wichtig!

Eda hat einen Hei­rats­an­trag bekommen!

Unser Mot­to lau­tet: Jeder kann die Welt ver­än­dern – auch Du!

Damit sol­len nicht nur die AG-Schü­ler ermun­tert wer­den, nein, wir möch­ten auch ande­re Schü­ler ermun­ten, Din­ge posi­tiv zu ver­än­dern. Mit die­ser AG möch­ten wir bedürf­ti­ge Kin­der in der Regi­on in Form von Sach-und Geld­spen­den oder gemein­sa­me Unter­neh­mun­gen unterstützen.
Wäh­rend der AG-Zeit arbei­ten die Kin­der in Klein­grup­pen zu drei bis vier Per­so­nen an klei­ne­ren Auf­ga­ben wie Kon­fi­tü­re oder Kräu­ter­öl zube­rei­ten, Back­mi­schun­gen oder Müs­li-to-go her­stel­len, Kar­ten bas­teln, Fil­zen, Nähen, Gestal­ten von Mei­sen­knö­del­töp­fen usw. Dabei wird mit viel Krea­ti­vi­tät und Lei­den­schaft gear­bei­tet. An jedes fer­ti­ge Uten­sil wird unser hand­ge­mal­tes Erken­nungs­schild ange­bracht. Eini­ge der älte­ren Schü­ler brin­gen ihre eige­nen Ideen mit und set­zen die­se mit Hil­fe einer Klein­grup­pe um.

Unser Schul­lei­ter Herr Tho­mas Lau­xen rückt mit sei­nem Trak­tor an.

Es ist schon eine Tra­di­ti­on gewor­den, den Schü­lern auch Weih­nachts­post zu schrei­ben, eini­ge haben zuvor noch nie eine Weih­nachts­kar­te erhalten.

Die selbst her­ge­stell­ten Waren wer­den bei Schul­ver­an­stal­tun­gen, dem Prü­mer Weih­nachts­markt oder ähn­li­chen Ver­an­stal­tun­gen ver­kauft. Dabei infor­mie­ren die Schü­ler über das jewei­li­ge Pro­jekt, mit  dem sich die Grup­pe im Vor­hin­ein bereits aus­ein­an­der­ge­setzt hat. Sie ler­nen, sich in der Öffent­lich­keit zu prä­sen­tie­ren, Men­schen anzu­spre­chen und klei­ne Reden auf einer Büh­ne zu halten.

Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler Lea T. , Ron­ja, Kata­ri­na L. , Anne , Lena , Sophia , Fran­zis­ka L. , Michel­le , Ali­na , Vere­na , Eve­lin , Jas­min S. , Han­nah , Eda-Nur , Sinem , Marie S. , Ale­xia , Ann-Chris­tin , Asal , Fran­zis­ka W. , Lisa , Jouli­ne , Cari­na , Sara Ko. , Sara K. , Lui­sa , NurIa , Rre­ze , Ange­li­na , Rebec­ca , Fran­zis­ka F. , Chris­ti­na , Tam­my , Nele Sophie , FelI­ce , Ange­li­na , Jes­si­ca , Nata­lie , Lau­ra , Katha­ri­na B. , Julia , Doro­thee , Nad­ja , Fati­ma , Sedra ‚Yas­min O. , Omar , Lea D. und Marie T. haben die AG zu dem gemacht , was sie heu­te ist: eine AG, in der Emo­tio­nen gelebt wer­den. Es gab so vie­le Situa­tio­nen, in denen wir gemein­sam trau­rig waren , geweint und auch ganz viel gelacht haben. Nicht alle nament­lich auf­ge­führ­ten Kin­der sind heu­te noch in der Grup­pe. Eini­ge haben die Schu­le oder die AG gewech­selt, eini­ge sind wie­der in ihr Hei­mat­land zurück­ge­kehrt. Aber jeder, der hier nament­lich auf­ge­führt ist, hat es ver­dient, an die­ser Stel­le als ein posi­ti­ves Bei­spiel erwähnt zu werden.

Inzwi­schen haben wir auch schon Hel­fe­rin­nen und Hel­fer, die nicht in der AG sind, für uns gewin­nen kön­nen . Das Enga­ge­ment steckt an . Bene­dikt , Kim , Sara und Juli­us haben an einem Tag der offe­nen Tür an unse­rer Schu­le Ster­ne aus Tee­um­man­te­lun­gen gebas­telt und die­se ver­kauft . Der Erlös ging an Kin­der hel­fen Kin­der. Insa , ein Mädel aus NRW, hat bereits zwei Mal Kuchen an einem Weih­nachts­markt geba­cken und ver­kauft und anschlie­ßend den Erlös an uns gespen­det . Peter und Lorenz, Schü­ler eines benach­bar­ten Gym­na­si­ums , haben eben­falls den Gewinn, den sie bei ihrem Weih­nachts­markt­stand erwirt­schaf­tet haben, an unse­re AG gespen­det. Pau­la , ein fünf­jäh­ri­ges Kin­der­gar­ten­kind aus dem Müs­ter­land, hat bei ihren Erzie­he­rin­nen im Kin­der­gar­ten um Spen­den gebe­ten und die­se eben­falls an uns wei­ter­ge­ge­ben . Paul, damals ach­te Klas­se, ein Schü­ler unse­rer Schu­le, hat zusam­men mit sei­ner Oma Socken gestrickt, die wir ver­kau­fen durf­ten und den Erlös für ein Pro­jekt ver­wen­det haben. Anne , die sich mit­hil­fe von You­Tube bei­gebracht hat, wie man Luft­bal­lon­fi­gu­ren bas­telt und die­se wäh­rend der Eröff­nungs­ver­an­stal­tung des Prü­mer Som­mers für uns ver­kauft hat. Die­ses sind nur eini­ge Bei­spie­le, wel­che Krei­se die AG zieht und wie doch jeder ein wenig hel­fen kann.

Gutes Essen und Gesel­lig­keit kom­men nie zu kurz!

Die­se AG soll die Begeis­te­rung für ein Ehren­amt ver­mit­teln. Was ist eine Gesell­schaft ohne Ehren­amt ? Wenn man sich als Kind schon für ein Ehre­m­amt begeis­tern kann, ist doch die War­schein­lich­keit sehr groß, dass die­se Bereit­schaft dafür ein Leben lang anhält und davon pro­fi­tiert unse­re Gesell­schaft. Die­se Begeis­te­rung ist ent­facht, wenn Kin­der nach einem Akti­ons­tag glück­lich zu mir kom­men und sagen, dass die­ser Tag eine Berei­che­rung für sie gewe­sen sei.

Als AG-Lei­te­rin behaup­te ich, dass die­ses Pro­jekt eben­falls mein Leben berei­chert, ich hät­te zuvor nie gedacht, dass sich so ein gro­ßes und sta­bi­les Netz­wek aus mehr oder weni­ger gro­ßen Welt­ver­bes­se­rern bil­den kann und die Schü­ler so inten­siv an Pro­jek­ten mit sehr viel Herz­blut arbei­ten kön­nen. Ich bin dank­bar, dass ich das Glück habe, so tol­le Schü­ler um mich zu haben!

Han­nah und Sinem haben Spaß!

Mei­ner Mei­nung nach haben die Mit­glie­der der Kin­der hel­fen Kin­der AG bereits die Welt ein wenig zum Bes­se­ren verändert !

Text: Frau Bri­git­te Richter-Weber
Fotos: Ki-he-Ki-AG

 

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