Der IGEL zu Gast beim Bataillon Elektronische Kampfführung 931 in Daun

Wap­pen des Batail­lon Elek­tro­n­is­che Kampf­führung 931
https://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/2268589

Nach­dem wir merk­ten, dass viele Schüler*innen unser­er Schule sich für das The­ma Bun­deswehr zu inter­essieren scheinen, haben wir uns ein wenig umge­hört und als­bald wur­den wir zu einem kleinen aber feinen Inter­view in der Hein­rich-Hertz-Kaserne in Daun emp­fan­gen. Das dort sta­tion­ierte Batail­lon Elek­tro­n­is­che Kampf­führung 931 gehört zum Organ­i­sa­tions­bere­ich Cyber- und Infor­ma­tion­sraum der Bun­deswehr und ist dem Kom­man­do Strate­gis­che Aufk­lärung unter­stellt. Es ist eines von vier Batail­lo­nen für Elek­tro­n­is­che Kampf­führung (Elo­Ka) der Bun­deswehr. Soweit kon­nten wir uns vor­ab informieren.

Alle Soldat*innen, mit denen wir reden durften, waren sehr zuvork­om­mend, offen und fre­undlich und stell­ten sich gerne all unseren Fra­gen. Hier kommt für Euch nun das gesamte Inter­view mit Ober­stleut­nant Theobald Schnei­der, der sich auch um die gesamte Organ­i­sa­tion geküm­mert hat und der uns dieses Inter­view über­haupt erst möglich gemacht hat. Die Steck­briefe der anderen befragten Soldat*innen fol­gen in einem Extra-Artikel. Sobald dieser raus ist, ver­linken wir bei­de Artikel miteinan­der. Aus Grün­den der Schutzes der Pri­vat­sphäre wird in dem gesamten Inter­view nur der Name des Ober­stleut­nants genan­nt, da man seinen Namen schon öffentlich find­en kann, die anderen Inter­view-Part­ner wer­den mit ihrem Dien­st­grad und Vor­na­men ange­sprochen.

Die Hein­rich-Hertz-Kaserne in Daun von oben

IGEL: Einen schö­nen guten Tag erst­mal und danke, dass Sie uns dieses Inter­view ermöglichen. Fan­gen wir doch am besten gle­ich mal mit ein paar Fra­gen über Sie an, wenn das ok ist. Wie heißen Sie?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Mein Name ist Theobald Schnei­der.

IGEL: Wie alt sind Sie denn, wenn wir das Fra­gen dür­fen?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Ich bin 41 Jahre alt.

IGEL: OK, Wie alt waren Sie denn, als sie zur Bun­deswehr gekom­men sind und wie lange sind Sie hier schon tätig?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Ich bin jet­zt seit 23 Jahren bei der Bun­deswehr tätig und habe, mit der dama­li­gen Wehrpflicht, mit 18 ange­fan­gen.

IGEL: Welchen Rang haben Sie denn hier und welche Auf­gaben müssen Sie dem­nach erfüllen?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Also vom Dien­st­grad her bin ich Ober­stleut­nant und meine Funk­tion ist die des Batail­lon­skom­man­deurs. Im Wesentlichen sind meine Auf­gaben im Batail­lon, dafür Sorge zu tra­gen dass unsere Soldat*innen und natür­lich auch unsere zivilen Mitarbeiter*innen gut aus­ge­bildet sind, dass sie ihren Dienst sich­er und gut verse­hen und unseren Auf­trag zuver­läs­sig erfüllen kön­nen. Natür­lich gilt das beispiel­sweise auch im Rah­men von Ein­sätzen im Aus­land.

IGEL: Also ist die Elo­Ka, ja beson­ders bei den derzeit­i­gen Aus­land­sein­sätzen, sehr wichtig. Aber sagen Sie, wie sind Sie denn darauf gekom­men zur Bun­deswehr zu gehen?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Nun, ich war damals Grundwehr­di­en­stleis­ten­der – als ich 18 war, gab es ja, wie gesagt, noch die Wehrpflicht. Da bin ich dann zum Grundwehr­di­enst hier in Daun einge­zo­gen wor­den, und habe schnell gemerkt, dass das ziem­lich toll war, was wir da gemacht haben. Es war eine wirk­lich span­nende Zeit. Wir haben viel Sport getrieben, haben eine sehr anstren­gende und anspruchsvolle Aus­bil­dung absolviert und hat­ten tolle Aus­bilder, die uns sehr motiviert haben. Außer­dem war die Kam­er­ad­schaft, also die Gemein­schaft, in der wir zusam­men lebten und dien­ten, großar­tig und darum habe mich entsch­ieden, länger bei der Bun­deswehr zu bleiben. Ich habe mich immer weit­er verpflichtet, erst für zwei Jahre, dann für vier und dann irgend­wann bin ich Beruf­s­sol­dat gewor­den.

IGEL: Das klingt ja so, als hät­ten Sie einen guten Grund gehabt, hier weit­erzu­machen. Aber was uns selb­stver­ständlich auch inter­essiert, sind natür­lich Ihre Hob­bys. Haben Sie denn für Hob­bys noch Zeit oder lassen die sich vielle­icht auch mit Ihrer Arbeit hier verbinden?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Ich kann meine Hob­bys sog­ar ziem­lich gut mit der Arbeit verbinden, weil ich erstens die Arbeit sel­ber schon ziem­lich gerne mache und zweit­ens Sport, vor allem Lauf­s­port mag und das kann man natür­lich mit dem Beruf als Sol­dat ziem­lich gut verbinden. Ich habe die Möglichkeit, im Dienst Sport zu treiben, nach Dienst noch Sport zu treiben und mich damit ein­fach kör­per­lich fit zu hal­ten. Alleine hier am Stan­dort gibt es eine Sporthalle, Sport­platz, einen Kraftraum, sog­ar eine Sauna und wir kön­nen hier ganz leicht ins näch­ste Schwimm­bad nach Daun gehen. Und wem das nicht aus­re­icht, der nutzt ein­fach die tolle Natur um unsere Kaserne.

IGEL: Es scheint sich ja schon anzu­bi­eten, wenn man Sport als Hob­by hat. Wie sieht es denn aber mit dem Pri­vatleben an sich aus, kann man den Pri­vates von dem Beruf tren­nen oder bietet es sich auch an, das zu verbinden?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Also, wenn man das Pri­vatleben und den Beruf tren­nen möchte, kann man das eigentlich ganz gut tun. Jed­er hat sein Pri­vatleben und da tut die Bun­deswehr eine Menge, um Dienst und Pri­vates miteinan­der vere­in­baren zu kön­nen. Ander­er­seits ist der Dienst natür­lich auch sehr anspruchsvoll, er nimmt viel Zeit in Anspruch und birgt natür­lich auch Gefahren. Das gilt vor allem im Ein­satz, der zusät­zlich auch immer eine mehrmonatige Abwe­sen­heit von Fre­un­den und Fam­i­lie bedeutet – auch hier unter­stützen wir aber mit vie­len wertvollen Ange­boten.

IGEL: Wie unter­stützt die Bun­deswehr denn die Fam­i­lien, von den Soldat*innen, die beispiel­sweise in einem Aus­land­sein­satz sind?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Die Bun­deswehr unter­stützt die Fam­i­lien beispiel­sweise finanziell, ins­beson­dere zum Beispiel im Rah­men der sog. „Sol­dat­en-Haushalt­shil­fe-Verord­nung“, das heißt, wenn die Mut­ter oder der Vater im Ein­satz sind, dann gibt es die Möglichkeit, finanzielle Unter­stützung zu bekom­men für eine Kinder­be­treu­ung. Wir haben eben­falls auch eine Fam­i­lien-Betreu­ungsstelle, da bekommt man, wenn man alleine zu Hause bleibt, alle Infor­ma­tio­nen: Wie geht es meinem Mann/meiner Frau im Ein­satz? Was machen die da? …und vieles mehr. Also wenn man Fra­gen hat, bekommt man Antworten, wenn man Hil­fe braucht, bekommt man Unter­stützung. Da bietet die Bun­deswehr eine ganze Menge für die Fam­i­lien, die zu Hause geblieben sind.

IGEL: So tap­pen die Fam­i­lien auch nicht im Dunkeln, richtig? Also man kann immer fra­gen, wie es zum Beispiel dem Mann oder der Frau ger­ade geht und was die dort machen, dass man sich keine Sor­gen machen muss.
Ober­stleut­nant Schnei­der: Genau und wenn es dann doch mal Schwierigkeit­en geben somlte, dann sind wir da und helfen.

Ober­stleut­nant Theobald Schnei­der

IGEL: Es ist gut, dass man von der Bun­deswehr Unter­stützung bekommt. Eine let­zte Frage haben wir noch zu Ihrer Per­son. Was war denn ihr schön­stes oder Ihr schreck­lich­stes Erleb­nis, das sie hier bei der Bun­deswehr hat­ten?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Mmmh… Es gab sehr viele schöne Erleb­nisse. Also meine schön­ste Zeit hat­te ich, als ich in Bay­ern meinen Dienst verse­hen habe am Starn­berg­er See in Feldaf­ing, da war ich Aus­bilder an ein­er Schule, so ähn­lich wie ein Klassen­lehrer. Ich hat­te immer so unge­fähr 20 Lehrgang­steil­nehmende in meinem Hör­saal und mit denen sind wir dann als Teil der Aus­bil­dung auch regelmäßig in die Berge zum Berg­wan­dern, Klet­tern, Abseilen oder zum Ski­fahren gegan­gen. Da haben wir große kör­per­liche Her­aus­forderun­gen erlebt, aber alles war immer geprägt von ein­er ganz tollen Kam­er­ad­schaft und natür­lich von ein­er ganz tollen Land­schaft. So wirk­lich schlimme Dinge habe ich bish­er glück­licher­weise tat­säch­lich noch nicht erlebt in mein­er Dien­stzeit. Was aber unglaublich trau­rig macht, ist, wenn Kamerad*innen, die man gut ken­nt, ihr Leben ver­lieren – das prägt dann natür­lich sehr, schweißt aber auch die Kam­er­ad­schaft ins­ge­samt noch enger zusam­men.

IGEL: Hier in der Kaserne in Daun ist ja vor allem die Elo­Ka tätig, richtig? Was kön­nen Sie uns denn über die Auf­gaben und über die Funk­tion oder darüber, wann die Elo­Ka eigentlich gegrün­det wurde, bericht­en?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Unsere Auf­gabe ist die Fer­n­meldeaufk­lärung, das heißt, wir ver­suchen, mit tech­nis­chen Mit­teln, das „aufzuk­lären” was andere Stre­itkräfte beispiel­sweise in einem Gefecht kom­mu­nizieren. Wir wollen natür­lich wis­sen, was die anderen tun und wie sie uns gefährlich wer­den kön­nen. Eine Auf­gabe ist außer­dem, die Kom­mu­nika­tion der anderen zu stören – wer nicht mehr kom­mu­nizieren kann, kann nicht mehr führen und das hil­ft dann uns weit­er. Man kann sagen, dass unsere Elo­Ka hier unge­fähr 1956 gegrün­det wurde, also etwa ein Jahr nach Grün­dung der Bun­deswehr in der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land.

IGEL: Was unter­schei­det denn die Hein­rich-Hertz-Kaserne hier in Daun von anderen Kaser­nen in Deutsch­land, was zum Beispiel die The­men Moder­nität, Größe und so weit­er ange­ht?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Unser Stan­dort ist eine ver­gle­ich­bar große Kaserne. Wir sind hier deut­lich über 1000 Men­schen. Neben den vie­len Ein­rich­tun­gen und Gebäu­den, die wir unseren Dienst brauchen – auch mod­erne Unterkün­fte gehören natür­lich dazu – bieten wir auch viel für die Freizeit­gestal­tung. Hier kann man Fahrräder, Büch­er, diverse Kon­solen usw. auslei­hen. Wir haben einen Restau­rant­be­trieb und natür­lich die schon erwäh­n­ten Sportein­rich­tun­gen. Und weil wir in den let­zten Jahren größer gewor­den sind und kom­plexere Aufträge haben, wird in den kom­menden Jahren viel in Infra­struk­tur investiert wer­den.

IGEL: Dann wer­den wir in den näch­sten paar Jahren wohl nochmal wiederkom­men müssen, um zu schauen, was sich hier so alles getan hat 😉 Aber kom­men wir mal zu den Berufen. Sie mein­ten ja eben schon, es gibt auch viele zivile Berufe die man hier ausüben kann, welche wären das denn, kön­nen Sie uns ein paar nen­nen?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Ja, es gibt noch andere Tätigkeit­en, die man hier in der Kaserne ausüben kann, wir haben hier zum Beispiel ein San­ität­szen­trum, in dem wir uns ärztlich behan­deln lassen kön­nen, es gibt einen Zah­narzt, Trup­penärzte und so weit­er. Auch son­st kann man eigentlich bei der Bun­deswehr fast jeden Beruf ausüben, den es auch außer­halb gibt, nicht hier alle an diesem Stan­dort, aber irgend­wo in Deutsch­land. Da ist von Mechatroniker*in über Dolmetscher*in bis hin zu Krankenpfleger*in so ziem­lich für jeden etwas dabei.

IGEL: Mal ganz kurz gefragt, wie sieht es mit Aus­land­sein­sätzen aus?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Aus diesem Batail­lon sind durchge­hend Soldat*innen, in Ein­sätzen im Aus­land tätig. Aktuell im Schw­er­punkt in Afghanistan.

IGEL: Wie sieht es mit Stu­di­engän­gen aus, kann man bei der Bun­deswehr auch studieren?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Ich habe zum Beispiel auch bei der Bun­deswehr studiert, es gibt zwei große Uni­ver­sitäten in Ham­burg und in München und alle Offiziere absolvieren ein Hochschul­studi­um, regelmäßig mit einem Mas­ter­ab­schluss. In meinem Fall habe ich sog­ar noch ein zweites Studi­um absolvieren kön­nen, ich bin Diplom-Päd­a­goge und habe noch einen Mas­ter als Weit­er­bil­dungsstu­di­en­gang gemacht. Aber man kann natür­lich auch viele andere Stu­di­engänge studieren. Auch da dürfte kaum ein Wun­sch offen bleiben. Bei­de Bun­deswehruni­ver­sitäten informieren darüber sehr gut auf ihren Home­pages.

IGEL: Wie lange dauert denn so grob die Aus­bil­dungszeit zum Beispiel als nor­male Soldat*in und welche Zusätze kann man dann noch machen?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Die Aus­bil­dung bei der Bun­deswehr begin­nt ja immer mit der Grun­daus­bil­dung und dann ist das, was danach kommt, sehr unter­schiedlich je nach­dem, welche Lauf­bahn man wählt und für welche Auf­gabe man sich entschei­det. Eigentlich kann ich immer nur rat­en, sich ein­fach einen Ter­min in einem Kar­ri­ere­cen­ter zu machen und sich dort umfassend zu informieren – kostet nichts, man kommt schon mal mit Soldat*innen in Kon­takt und kein­er nimmt es übel, wenn sich doch für einen anderen Weg entschei­det.

IGEL: Sie haben ja eben schon erwäh­nt, dass es bei der Bun­deswehr sehr viele Berufe gibt, die es auch außer­halb gibt. Was sind denn da so die Unter­schiede, was ist anders daran, ob ich jet­zt beispiel­sweise Tierärztin ein­fach so oder Tierärztin bei der Bun­deswehr werde?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Unter­schiede gibt es auf jeden Fall. Was die Bun­deswehr da natür­lich beson­ders macht, ist ihr Auf­trag, denn immer, wenn man als Soldat*in tätig wird, dann leis­tet man Dienst an der Gesellschaft. Man tritt – ggf. auch unter Gefahr – für das, wie wir in Deutsch­land leben, also für unsere frei­heitlich demokratis­che Grun­dord­nung ein. Was den Sol­daten­beruf auch beson­ders macht, ist die Kam­er­ad­schaft, weil wir uns in jed­er Sit­u­a­tion gegen­seit­ig beis­te­hen und auch in schwieri­gen Sit­u­a­tio­nen füreinan­der da sind. Das find­et man im Zivilleben so sich­er nicht.

Der Ein­gang zur Kaserne

IGEL: Gibt es denn Schulfäch­er, auf die beson­ders Wert gelegt wird wie Mathe oder Sport oder der­gle­ichen?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Das ist am Ende auch wieder abhängig davon, was man genau in der Bun­deswehr machen und erre­ichen möchte. Natür­lich kommt es schon darauf an, dass man einen möglichst guten Schu­la­b­schluss hat. Und Lust darauf, Her­aus­forderun­gen zu meis­tern, sollte man schon auch haben. Das gilt aber wohl für die meis­ten Arbeit­ge­ber. Worin man, als klein­er Tipp, schon gerne gut sein sollte, ist Sport, logisch…

IGEL: Dazu möcht­en wir direkt mal eine Frage ergänzen. Wird eigentlich sehr stark auf die Noten geachtet? Es kann ja zum Beispiel auch mal sein, dass man mit ein­er Lehrer*in nicht klarkommt und deshalb eigentlich gut in einem Fach ist, aber trotz­dem schlechte Noten schreibt. Wirkt sich das sehr darauf aus, was man bei der Bun­deswehr machen kann?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Also in den Kar­ri­ere­cen­tern wird man sehr umfassend getestet, da gibt es einen Sporttest da gibt es Gespräche, Grup­pen­si­t­u­a­tio­nen, in denen man zeigen muss, dass man in der Gruppe disku­tieren kann und seine Mei­n­ung vertreten kann. Es gibt auch Gespräche mit Psy­cholo­gen, einen Math­etest, also einen ganzen Strauß an Din­gen, die man dort zeigen muss. Die find­en schon ganz gut her­aus, wo die Stärken und Schwächen von jedem Einzel­nen liegen, da kommt es dann längst nicht nur auf die Noten im Schulzeug­nis an.

IGEL: Dann hät­ten wir noch eine Frage zur Arbeit­sklei­dung, beispiel­sweie die Uni­form, die Sie auch ger­ade tra­gen. Muss man die sel­ber kaufen oder bekommt man die zur Ver­fü­gung gestellt?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Die bekommt man tat­säch­lich gestellt und wenn die zum Beispiel mal kaputtge­ht, dann kann ich sie hier, nur zwei Gebäude weit­er, tauschen. Ich mag meine Uni­form – sie trägt sich gut, ist prak­tisch und vor allem eint sie uns in unserem sol­datis­chen Dienst. Es ist toll, dieser Gemein­schaft anzuge­hören.

IGEL: Und man bekommt das alles ein­fach so gestellt? Muss man sich nichts mehr dazu kaufen?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Nein, das ist alles gestellt. Es gibt noch den Dien­stanzug, den wir noch haben, die Uni­form, die ich ger­ade trage, ist der Fel­danzug. Der ist in dem typ­is­chen Fleck­tarn gehal­ten, was man von uns sich­er am Besten ken­nt. Der Dien­stanzug ist ein biss­chen fein­er, also eher für beson­dere Anlässe gedacht, den muss man, wenn man länger bei der Bun­deswehr bleibt, zwar sel­ber kaufen, bekommt aber auch dafür Geld über­wiesen.

IGEL: Kön­nen Sie und noch ein wenig mehr über die Arbeit­szeit­en erzählen? Wie ist das mit freien Tagen oder Urlaub?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Wir haben eine glei­t­ende Arbeit­szeit. Das heißt, wenn jemand mor­gens zum Beispiel noch sein Kind zur Schule brin­gen muss, dann fängt die/derjenige mor­gens etwas später an, bleibt dafür nach­mit­tags etwas länger und umgekehrt. Nor­maler­weise arbeit­et man 41 Stun­den pro Woche, das kann man reduzieren auf 40 Stun­den pro Woche; man kann aber auch Teilzeit arbeit­en. Was Urlaub ange­ht, so haben wir regelmäßig 30 Tage Urlaub pro Jahr – eine Woche sind davon halt fünf Tage Urlaub. Woch­enen­den und Feiertage sind regelmäßig frei, außer bei denen, die hier im Schicht­di­enst arbeit­en. Aus­nah­men gibt es auch bei bes­timmten Vorhaben, das ist aber erstens gar nicht so viel und ist zweit­ens gut plan­bar. Natür­lich gibt es dafür dann auch einen Aus­gle­ich.

IGEL: Gut, damit kom­men wir auch schon zur let­zten Frage, die wir an Sie haben Herr Ober­stleut­nant Schnei­der. Wie sieht es denn mit Lohn aus?
Ober­stleut­nant Schnei­der: Nun. Das ist ja bei der Bun­deswehr viel offen­er als es bei vie­len zivilen Arbeit­ge­bern ist, weil wir ja nach der „Bun­des­besol­dung­sor­d­nung“ besol­det wer­den. Da gibt es Tabellen im Inter­net, wieviel man mit welchem Dien­st­grad und nach wieviel Jahren in der Bun­deswehr ver­di­ent. Was man unterm Strich wohl sagen kann, ist, dass man bei der Bun­deswehr ziem­lich schnell, bzw. rel­a­tiv früh ver­gle­ich­sweise gut ver­di­ent.

IGEL: Super, dann wären Sie fürs erste schon­mal erlöst. Wir heben uns noch ein paar der Fra­gen für Ihre Kamerad*innen auf und bedanken uns ganz her­zlich für Ihre Hil­fe und dafür, dass Sie uns dieses Inter­view ermöglicht haben. Einen schö­nen Tag wün­scht Ihnen das Redak­tion­steam der IGEL-Schülerzeitung aus Prüm! 😀

Das Inter­view führte Son­ja Ess­er, 10b
Alle Fotos wur­den fre­undlicher­weise von Her­rn Ober­stleut­nant Schnei­der zur Ver­fü­gung gestellt.

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