Was heißt denn schon normal? – Review

Drogen und Vorurteile an der Kaiser-Lothar-Realschule plus in Prüm?
Am Dienstag, den 19.12.2017, luden wir, der Wahlpflichtfach-Kurs Darstellendes Spiel der neunten Klassen zu zwei Aufführungen des Theaterstückes „Was heißt denn schon normal?“ ein. Wir führten das Stück in der Pausenhalle der Kaiser-Lothar-Realschule plus in Prüm auf. Es gab  zwei Vorführungen, nachmittags für die Ganztagschülerinnen und -schüler und am Abend konnten wir das lang geprobte Stück den Eltern, Lehrern und interesierten Zuschauern präsentieren. Die Pausenhalle war am Abend mit ca. 300 Zuschauern besetzt.

Warum?
Die DS-Kurse führen schon seit Bestehen des Faches, also seit vier Jahren, Theaterstücke auf. Die Schülerinnen und Schüler sollen durch dieses Fach selbstbewusster werden und Spaß am Spiel entdecken und erproben. Da Drogen, aber auch Vorurteile Themen bei Jugendlichen sind und vielen nicht klar ist, wie gefährlich und demütigend so etwas ist, entschieden wir uns für das Stück von Andreas Galk.

Was war da eigentlich los?
Zunächst schrieben wir das Stück auf unsere Bedürfnisse hin um und erfanden noch weitere Rollen zu dem Stück passend zu unserer Kursstärke dazu. Um die Requisiten kümmerten wir uns selbstständig und malten und bastelten fleißig während der Proben, je nachdem, wer gerade nicht in der aktuell geprobten Szene besetzt war.

Einer meiner Magic Moments
Die zwei Jugendlichen Dimitri Pokoschenko (gespielt von Rudolf Homann) und Stella-Marie Göttert (dargestellt durch Jessica Lemescuk) werden von einem Gericht wegen wiederholten Drogenkonsums zu gemeinützigen Sozialstunden verurteilt. Bevor die Richterin den Raum betritt, wird dem Publikum erklärt, dass es aufzustehen habe, wenn die ehrenwerte Richterin (Sinem Sakar) den Saal betritt. Dies verschaffte dem Publikum das Gefühl, in einem richtigen Gerichtsaal zu sitzen. Einige LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern wurden sogar auf die Bühne gerufen. Sie saßen quasi als Zeugen im Gerichtsaal in der ersten Reihe.

Jeder kehre vor seiner Tür, auch die Putzfrau
Die Putzfrau Olga, eine von uns hinzuerfundene Rolle, überragend gespielt von Magdalena Fiala, moderierte zwischen den Szenen des Stückes, indem sie sich putzend direkt an das Publikum wendete und diesem abwechselnd meckernd und philosophierend ihre Meinung kundtat. Dabei bemerkte sie allerdings gar nicht, dass ihre eigene Tochter Tanja, die sie vermeintlich für behütet und bestens erzogen hielt, immer tiefer in den Drogen-Teufelskreis geriet und am Ende des Stückes nach einem „goldenen Schuss“ tot auf dem Boden lag, unbemerkt von allen anderen Darstellern, die in Slowmotion zu einer Zirkusmusik Beifall klatschten.

Mein Fazit
Alles in allem hat mir unserTheaterprojekt sehr gut gefallen. Durch das Wiederholen einer Szene, die immer gleich begann, sich dann jedoch jedes Mal anders weiterentwickelte, wurde dem Zuschauer die Thematik sehr gut vorgehalten, dass man als Mensch geneigt ist, immer wieder auf seine Vorurteile hereinzufallen. Schön mitanzusehen war, wie begeistert das Publikum reagierte. Auch während der Schulvorstellung hätte man eine Stecknadel fallen lassen können und dies bemerkt. Meines Erachtens liegt das daran, dass die Thematik des Stückes uns Schülern sehr nah ist.

Dank
Unser Dank geht vor allem an Frau Catrin Stecker, unserer Wpf-Lehrerin für Darstellendes Spiel, für ihre Nerven aus Stahl, die sie mit uns behalten musste, vor allem, weil einige von uns ihre Texte bis zum Schluss nicht draufhatten 🙁
Danke sagen möchten wir auch der Technik-AG unter der Leitung von Herrn Carsten Keith, die uns ins „rechte Licht“ rückte und für manchen „special effect“ verantwortlich war, Danke auch, liebe Frau Pentzlin bei der Hilfe für die tolle „Justitia“. Und nicht zuletzt ein Riesendank geht an die AG „Kinder helfen KIndern“, die am Abend leckere Snacks und Getränke für unsere Gäste anboten und mit dem Erlös den Wünschewagen unterstützen (der IGEL berichtete). Für uns sehr schön war auch, dass immer mehr Ehemalige kommen, um unsere Theateraufführungen zu sehen. Wer nicht da war, hat ganz klar was verpasst!

Text: Sinem Sakar, 9a
Bilder: Herr Carsten Keith

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