Alkohol im Straßenverkehr – Soll die 0,0‑Promille-Grenze ausnahmslos für alle motorisierten Verkehrsteilnehmer gelten?

Foto in den Tagen vor dem Mauer­fall an einem Gren­züber­gang nach Ost-Berlin aufgenommen

Nach der aktuellen Geset­zes­lage gilt ein absolutes Alko­holver­bot nur für Fahran­fänger in der Probezeit und Per­so­n­en bis zum 21. Geburtstag.
Wer trotz­dem unter Alko­hole­in­fluss fährt, dem drohen:

  • 250 Euro Bußgeld
  • 1 Punkt im Fahreig­nungsreg­is­ter in Flensburg -
  • Pflicht­teil­nahme an einem Aufbauseminar
  • Ver­längerung der Probezeit auf 4 Jahre

Im Vor­stand der Kreisverkehr­swacht Bit­burg-Prüm e. V., in dem ich seit vie­len Jahren ehre­namtlich tätig bin, wird das o. g. The­ma bzw. die damit im Zusam­men­hang ste­hen­den Präven­tion­s­maß­nah­men bei der Veröf­fentlichung der Jahre­sun­fall­sta­tis­tik immer wieder auf die Tage­sor­d­nung gesetzt.
Laut dem Verkehr­swacht Medi­en Ser­vice wer­den die fol­gen­den Pro- und Con­tra-Argu­mente zum The­ma 0,0‑Promille-Grenze nur für Fahran­fänger in der Probezeit und Per­so­n­en bis zum 21. Geburt­stag immer wieder ins Feld geführt:

Pro-Argu­mente:

  • Es bringt mehr Sicherheit.
  • Sta­tis­tisch ist belegt, dass schon kle­in­ste Men­gen Alko­hol bei Fahran­fängern deut­lich mehr Wirkung zeigen als bei rou­tinierten Fahrern, da Anfänger wesentlich weniger Automa­tis­men haben und deut­lich mehr Konzen­tra­tion und Aufmerk­samkeit am Steuer brauchen.
    Die beson­dere Gefahr für Anfänger kann man so reduzieren.
  • Das Gesetz schafft Klarheit.
  • Es erstickt Diskus­sio­nen wie „Ein Glas Bier geht doch“ oder Ver­suche, sich an die 0,5‑Promille her­anzutrinken, im Keim.
  • Man wird gar nicht erst in Ver­suchung geführt, doch ein Glas zu trinken.
  • Man kann sich bess­er gegen Grup­pen­druck behaupten.
  • Beifahrerin­nen und Beifahrer fühlen sich sicherer.

Con­tra-Argu­mente :

  • Wenn schon null Promille, dann für alle.
  • Warum eine Son­der­regel für Fahranfänger?
  • Nur weil einige Jugendliche unvernün­ftig sind, sollen alle „bestraft“ werden
  • „Wir sind erwach­sen und brauchen keine beson­deren Regeln.“
  • Schon wer eine Pra­line gegessen hat, kann bestraft werden.

Mein Kom­men­tar hierzu:
Wie man auf dem Foto erken­nen kann, gab es die 0,0‑Promille-Grenze für alle Kraft­fahrer bere­its schon ein­mal in einem Teil Deutsch­lands. In der DDR galt die klare Regel für alle: „Bier­trinken oder Aut­o­fahren”. Mit dieser Regel wür­den wir der  „Vision Zero“( keine Toten im Straßen­verkehr) des BMVI (Bun­desmin­is­teri­um für Verkehr und dig­i­tale Infra­struk­tur) mit Sicher­heit ein gutes Stück näherkommen.
Ergänzung: In Deutsch­land gilt im All­ge­meinen 0,5 Promille als Gren­ze für das Fahren ohne Strafe. Jedoch kön­nen Sie bere­its darunter mit Bußgeldern rech­nen, wenn Sie auf­fäl­lig fahren oder einen Unfall verursachen.

Was ist eure Mei­n­ung zu diesem Thema:
Soll die 0,0‑Promille-Grenze aus­nahm­s­los für alle motorisierten Verkehrsteil­nehmer gelten?
Schreibt in die Kom­mentare oder direkt an uns!

Foto und Text: Thomas Lauxen

3 Antworten auf „Alkohol im Straßenverkehr – Soll die 0,0‑Promille-Grenze ausnahmslos für alle motorisierten Verkehrsteilnehmer gelten?“

  1. Chi­ne­sis­ches Sprichwort:
    „Wenn du das Trinken aufgeben willst,
    schau mit nüchter­nen Augen einen Betrunk­e­nen an”.

    Ich darf, aber ich will nichts trinken. Auf keinen Fall im Straßen­verkehr und am Arbeitsplatz!
    _ Weshalb trinken die Leute so viel Bier?
    Gemäß der Beobach­tung der Kinder, Erwach­se­nen wollen
    _ das Zusam­men­sein mit den anderen lockern
    _ mit Stress ver­tig wer­den (Ärg­er herunterspülen).

    Alko­hol bee­in­flüsst aber unser Verhalten,
    ob man das merkt oder nicht, ob man das will oder nicht.
    /Quelle: Ralf Schnei­der, die Suchtfiebel/

  2. Aus dem Spiegel-Artikel mit der Über­schrift „EU-Par­la­ment fordert null Promille am Steuer” (https://www.spiegel.de/auto/bussgeldkatalog-und-neue-massnahmen-im-verkehr-eu-parlament-fordert-null-promille-am-steuer-a-f15d8603-1740–436f-a46a-9295abdb1265)
    vom 06.10.2021 zitiere ich hierzu den fol­gen­den Textauszug:

    „Kein­er­lei Alko­hol mehr im Straßen­verkehr, das schlägt das EU-Par­la­ment vor. Außer­dem soll in Wohnge­bi­eten generell Tem­po 30 gel­ten, wenn es nach den Abge­ord­neten geht. In Deutsch­land gel­ten zudem höhere Bußgelder.
    Mehr als 31.500 Verkehrsun­fälle mit Angetrunk­e­nen am Steuer zählte die Polizei im ver­gan­genen Jahr in Deutsch­land, rund 15.500 Men­schen wur­den dabei ver­let­zt. Das Europäis­che Par­la­ment fordert nun, die Promil­le­gren­ze im Straßen­verkehr auf null zu senken. Aktuell liegt sie hierzu­lande bei 0,5 Promille, wenn die Aut­o­fahren­den älter als 21 Jahre sind.

    Die 0,0‑Grenze für Alko­hol im Verkehr soll helfen, die »Vision Zero« wahr wer­den zu lassen, so die Europa­parla­men­tari­er in einem Beschluss. Damit ist das Ziel gemeint, die Zahl der Verkehrstoten und Schw­erver­let­zten europaweit auf nahezu null zu senken. 23.000 Men­schen star­ben 2019 bei Verkehrsun­fällen in der EU, so das Parlament.”

  3. Ich wäre für ein absolutes Alko­holver­bot im Straßenverkehr,
    denn auch geringe Men­gen Alko­hol haben Auswirkun­gen auf unser Ner­ven­sys­tem; Man hat ein falsches Sicherheitsgefühl.
    Oft wird der Alko­holkon­sum ver­harm­lost durch liebevolle
    Wort­wahl: „Bierchen”, „Tröpfchen”, „Ich mache jetzt
    einen Spaziergängelchen”. 

    „Wir tranken vor Glück
    und wur­den unglücklich,
    Wir tranken vor Freude
    und fühlten uns misarabel,
    Wir tranken aus Geselligkeit
    und beka­men Streit,
    Wir tranken aus Freundschaft
    und schufen uns Feinde,
    Wir tranken, um leichter sprechen zu können
    aber wir stamelten nur,
    Wir tranken, um Prob­leme zu lösen,
    aber sie wur­den immer mehr,
    Wir tranken, um mit Leben fer­tig zu werden
    und luden den Tod ein”.
    /unbekannter Verfasser/

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