Projektage 2020: der zweite Weltkrieg

von links: Niklas Schmitz, Rapha­el Rosch, Feli­ce Hoff­mann, Pro­jekt­lei­ter Geor­ges Nova­ki, Joana und Sina

Es ist immer das Glei­che: Der Unter­richt im Fach Geschich­te lässt vie­le Fra­gen offen. Oft ver­las­sen Berufs­rei­fe- und Sekundarstufe-Eins-Schüler*innen die Schu­le und haben es gera­de mal bis zum ers­ten Welt­krieg geschafft im Geschichts­un­ter­richt. Wie soll man denn dann den Kal­ten Krieg ver­ste­hen und alles, was heu­te geschieht? Bei dem Pro­jekt Zwei­ter Welt­krieg lern­ten die Schüler*innen unter der Lei­tung von Geor­ges Nova­ki, wie die­ser ablief und was dort alles geschah. Zudem lehr­te Herr Nova­ki Daten, wann der Krieg begann und wann er ende­te usw.
Wir haben eini­ge Schüler*innen befragt: 

IGEL: Was genau macht Ihr hier?
Rapha­el: Pla­ka­te über den zwei­ten Welt­krieg und über Natio­nal­so­zia­lis­mus
Feli­ce: Mei­ne Grup­pe macht ein Pla­kat zu Adolf Hit­ler.
Chaim: Wir machen eben­falls Plakate.

IGEL: Wie­so habt Ihr Euch für die­ses The­ma ent­schie­den?
Joana: Weil dass The­ma Inter­es­sant geklun­gen hat und weil man dort viel über die Ver­gan­gen­heit ler­nen kann.
Chaim: Weil es kos­ten­los ist.
Feli­ce: Ich wur­de ein­fach reingesteckt.

IGEL: Gefällt es Euch und macht es Spaß?
Joana: Ja.
Chaim: Ist ok.
Feli­ce: Geht so.

IGEL: Was gefällt Euch?
Rapha­el: Uns gefällt es gut, weil man hier sehr ruhig arbei­ten kann und nicht „gestresst” wird.

IGEL: Könnt Ihr das Pro­jekt emp­feh­len?
Joana und Rapha­el: Ja, es ist eine inter­es­san­te Erfah­rung und garan­tiert zu emp­feh­len.
Chaim: Ja.
Feli­ce: Nein.

IGEL: Herr Nova­ki, wir haben noch eine Fra­ge an Sie. Wie kamen Sie dar­auf, an den Pro­jekt­ta­gen aus­ge­rech­net die­ses The­ma zu machen?
Herr Nova­ki: Natür­lich weil ich Geschichts­leh­rer bin und per­söhn­lich sowie geschicht­lich Inter­es­se in die­ses The­ma habe, ins­be­son­ders, weil mein Vater Kriegs­ge­fan­ge­ner war.

Abschlie­ßend kann man sagen, dass die meis­ten Schüler*innen rela­tiv zufrie­den waren und dass es auf jeden Fall einen Ver­such wert ist.

Alle Teil­neh­mer: Alex­an­der, And­rei-Alex­an­der, Chaim, Feli­ce, Giu­sep­pe, Joana, Jus­tin, Mau­ricio, Nico, Niklas, Panos , Rapha­el, Sina und Tom 

Text und Bild: Dani­el Jakobs,10b

9 Antworten auf „Projektage 2020: der zweite Weltkrieg“

  1. Wenn die Poli­ti­ker nicht mehr mit­ein­an­der reden, ent­steht Krieg.
    Weil Krie­ge so grau­sam sind, soll­ten die Staa­ten immer
    ver­su­chen mit­ein­an­der zu reden und Kon­flik­te auf fried­li­chem Weg zu lösen.
    Dass es mög­lich sein kann, zeigt das Bei­spiel von Deutschland
    und Frank­reich. Sie haben Krie­ge gegen­ein­an­der geführt. Heute
    sind Deutsch­land und Frank­reich befreun­de­te Staaten.

    Ein Text von ehe­ma­li­gem Sol­da­ten des Zwei­ten Weltkrieges
    Josef Reding:

    Frie­de

    „Bloß kei­nen Zank
    und kei­nen Streit!”
    Das heißt auf englisch
    ganz einfach
    PEACE
    und auf französisch
    PAIX
    und auf russisch
    MIR
    und auf hebräisch
    SHALOM
    und auf deutsch
    FRIEDE
    oder:
    „Du, komm,
    lass uns zusam­men spielen,
    zusa­men sprechen,
    sus­am­men singen…”

  2. Brau­chen wir heu­te noch Vor­bil­der, die uns zum Frie­den anleiten?
    Aus einem Fern­seh­in­ter­view (1980) mit ehe­ma­li­gem Soldaten
    des zwei­ten Welt­kriegs Hel­mut Schmidt:

    Mode­ra­tor: _ Herr Bun­des­kanz­ler, Sie rei­sen nach Moskau.
    Es wird argu­men­tiert, dass Gesprä­che schon ein Wert an sich sind.

    Hel­mut Schmidt: _ Die Tat­sa­che, das Gespräch, ist ein Wert an sich. Seit Anfang des Jah­res , seit­dem inter­na­tio­na­le Span­nun­gen zuge­nom­men haben, hat sich die Bundesregierung
    dafür ein­ge­setzt, dass die gesprä­che nicht abrei­ßen dürfen.
    Wir haben das an unse­re west­li­chen Ver­bun­de­ten gesagt,
    wir haben das Sowjet­uni­on gesagt.
    Sicher­lich wer­den dort kei­ne Freund­lich­kei­ten nur ausgetauscht,
    kei­ne Höf­lich­kei­ten, son­dern wir wer­den das vortragen,
    was unse­re west­li­chen Freun­de den­ken, was wir sel­ber denken.

  3. Nach dem zwei­ten Welt­krieg haben die USA jeden Krieg
    ver­lo­ren ( Viet­nam, Kuba, Korea, Sudan, Afgha­ni­stan, Irak, Iran, Syrien.)

  4. War Hit­ler nur ein böser Mensch oder hat­te er auch Talente?

    For­scher gehen davon aus, dass die Charakterentwicklung
    im Alter von etwa fünf oder sechs Jah­ren abge­schlos­sen ist
    und dass spä­ter kei­ne wesent­li­chen Ver­än­de­run­gen auftreten.
    Die­se Sicht ist falsch. Beim gesamm­ten Lebensprozess
    ent­wi­ckelt sich Cha­rak­ter des Menschen.
    Der Mensch kommt mit einer spe­zie­len Umwelt _ sei­nen Eltern
    und ande­ren Per­so­nen sei­ner Umge­bung in Kontakt
    und reagiert dar­auf, was sei­ne wei­te­re Charakterentwicklung
    einflüsst.
    Cha­rak­ter­bil­dung ist als eine Ska­la anzu­se­hen. Der Mensch bringt
    gewis­se Eigen­schaf­ten mit auf der Welt. Sein Cha­rak­ter kann
    inner­halb eines gege­be­nen Rah­mens in vie­len verschiedenen
    Rich­tun­gen entwickeln.

    Sein Vater und auch sei­ne Mut­ter waren sta­bi­le, wohl­mei­nen­de Men­schen. Mut­ter war eine vor­bild­li­che Haus­frau, die ihr Heim in Ord­nung hielt. Das ein­zig Wich­tigs­te für sie waren ihr Haus­halt ind ihre Fami­lie. Noch wich­ti­ger waren ihr die Kinder.

    Vater war ein auto­ri­tä­ter Mensch, der an Pflicht und
    und Ver­ant­wor­tungs­ge­fühl glaub­te. Er inter­es­sier­te sich für die Politik. 

    Die Mut­ter bewun­der­te Hit­ler. Er kon­te ein­fach nichts falsch machen. Er war „wun­der­bar” ohne dass er sich anstren­gen brauch­te. Er war höchst­wahr­schein­lich intelligenter
    als der Durch­schnitt sei­ner Mit­schü­ler, wur­de von den Leh­rern gut behan­delt und bekam gute Noten, ohne sich besonders
    anstren­gen zu müssen. 

    Er als der freie Mensch konn­te den Gedan­ken nicht ertragen,
    ein Büro­mensch zu sein. Er wol­te lie­ber Künst­ler werden.
    So rebel­lier­te er gegen die Schu­le und ver­nach­läs­sig­te sei­ne Auf­ga­ben („Mein Kampf”).

    In der Volks­schu­le war er intel­li­gen­ter als der Durchschnitt,
    besaß Talent der Rede­ge­wandt­heit. Er muss­te sich kaum anstren­gen, vor­züg­li­che Noten zu bekommen.

    /Quelle: Erich Fromm, Ana­to­mie der mensch­li­chen Destruktivität/

  5. Ukrai­ni­scher Phi­lo­soph Niko­lai Berdiajew
    schreibt über die Gemein­sam­kei­ten und Uter­schie­de des ita­lie­ni­schen Faschis­mus und des deut­schen Nationalsozialismus:

    „Der rus­si­sche Kom­mu­nis­mus und der Faschis­mus, betrachtet
    als Welt­phä­no­me­ne, sind durch den Krieg erzeugt
    und kön­nen als Deto­na­tio­nen des Krie­ges bezeich­net werden.
    Der Faschis­mus ist aber auch eine Reak­ti­on auf den Kommunismus.
    Zwi­schen dem ita­lie­ni­schen Faschis­mus und deutschen
    Natio­nal­so­zia­lis­mus besteht ein Unter­schied im Stil und Sym­bo­lik. Der ita­lie­ni­sche Faschis­mus grün­det sich auf das Sym­bol und den Mythos vom Staa­te, den er als das höchste
    Wesen und den höchs­ten Wert erklärt. 

    Der deut­sche Natio­nal­so­zia­lis­mus beruht auf dem Sym­bol und dem Mythos von der Ras­se, die er als höchs­tes Wesen und höchs­ten Wert auf­fasst. Er spricht mit Vor­lie­be von der
    mys­ti­schen Bedeu­tung des Blu­tes und hat einen roman­ti­schen Stil. 

    Der Staat ist für den Natio­nal­so­zia­lis­mus nur ein Mit­tel der Rasse
    und der Natio­na­li­tät. Die­se Anschau­un­gen aber grei­fen noch
    tie­fer in den Men­schen und in sein inners­tes Wesen
    als die faschis­ti­sche Ideo­lo­gie des Staates.”
    /Berdiajew, Das Schick­sal des Men­schen in unse­rer Zeit, 1935/

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